Dichter und Doktor

Dr. med. Mathias Schröder, praktischer Arzt aus München, wird von Insidern auf eine Stufe mit den bekanntesten europäischen Erzählern gestellt.
Mit 13 Jahren schrieb er seine erste größere Geschichte – von einem Sträfling, der unschuldig verurteilt wurde. Jetzt mit über 50, arbeitet er an einem Roman, in dem ein Arzt den Versuchungen des Reichtums widersteht und sich den Schwachen und Hilflosen zuwendet. Der Autor ist selbst Mediziner: Dr. med. Mathias Schröder, praktischer Arzt, seit 20 Jahren niedergelassen in eigener Praxis im Münchner Stadtteil Neuhausen.

Zwischen seinen allerersten und jüngsten dichterischen Arbeiten schrieb er zwei Romane, viele Gedichte und ein Dutzend Erzählungen, die alle im Langen-Müller Verlag, München, erschienen sind. Hauptthema, das alle Werke durchzieht, ist die Liebe, die den Materialismus überwinden will, oft daran scheitert, aber niemals aufgibt. Und gemeinsam ist seinen Dichtungen die treffsichere, bildhafte, knappe Sprache. Jedes Wort sitzt, keines zuwenig, keines zuviel. Seine Rezensenten stellen ihn in eine Reihe mit den bekannten europäischen Erzählern.

Sein Debüt als Schriftsteller gab Mathias Schröder mit dem Roman „Der Krähenbaum,“ der 1976 erschien, fürs ZDF verfilmt und 1977 mit dem Förderungspreis des Landes Bayerns ausgezeichnet wurde. Erneut geehrt wurde er drei Jahre später: mit dem Förderungspreis für Literatur der Landeshauptstadt München.

Der Roman erzählt aus der Sicht von drei acht- bis zwölfjährigen Jungen und einem kleinen Mädchen, die im Winter 1944 mit ihren Müttern auf einem hessischen Gut dem Kriegsende entgegen leben. Die Kinderspiele am idyllischen Fluss vor dem alten Herrenhaus finden ein jähes Ende. Der Bruder – ein adoptierter Judenjunge – wird verraten und ins KZ verschleppt. Seine Mutter und ein Fuhrunternehmer, die das Judenkind außer Landes zu bringen versuchen, werden den Nazis von verhetzten Dorfbewohnern ans Messer geliefert.

Menschlichkeit und Solidarität zerbrechen an einer inhumanen Umgebung. Die Väter fallen oder werden verwundet. Zuletzt versinken Gut und Dorf im Bombenhagel. Menschen sterben, der Kahn der Jungen mit dem lustigen Fischmaul wird zerstört, und der Baum, wo sich sonst die Krähen in Scharen treffen, geht in Flammen auf. Kaputt geht auch die kindliche Scheinwelt, die von der Nazipropaganda vorgegaukelt worden war.

Die Geschichte einer geraubten Kindheit – und doch auch die Geschichte einer Liebe. Da sind die Beschützer des Judenkindes, da ist vor allem die Großmutter, die den vaterlosen Familien durch die Kraft ihres Glaubens Halt gibt. Sie strahlt auch dann noch ihre überlegene Würde aus, wenn sie sich der „Braunen Gewalt beugen muss.“

In seinem Erstlingsroman vollzog Mathias Schröder eine eigene Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte. 1941 in Kassel geboren, wurde er mit Mutter, Großmutter und Geschwistern in den letzten Kriegsjahren auf einem Gutshof in der Nähe von Marburg evakuiert. Seine intensiven frühen Kindheitserinnerungen, hier und da aufgeschnappte Gespräche der Erwachsenen tragen sicher zur überzeugenden Milieu- und Naturschilderung bei.

Mit der deutschen faschistischen Vergangenheit konfrontiert und damit zur literarischen Bewältigung angeregt wurde er auch während seiner häufigen Auslandsaufenthalte. Nach dem Medizinstudium in Marburg, Paris und Homburg/Saar, wo er 1967 mit seiner Arbeit über Nierenbeckenplastiken bei dem Urologen Prof. Dr. C. E. Alken promovierte, war er Medizinalassistent: in Geilenkirchen für Chirurgie, in Daun in der Eifel für Gynäkologie, in Bremen und Homburg/Saar für innere Medizin.

Als Forschungsstipendiat weilte er zu einem längeren Studienaufenthalt in Amerika und arbeitete in Los Angeles in der Nuklearmedizin. Auslandserfahrung sammelte er auch in Frankreich, Spanien und in Mexiko. Er war einige Monate Schiffsarzt auf der MS Boheme in der Karibik. Als junger Arzt übernahm er Praxisvertretungen und war Stationsarzt an der Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg/Saar.

Während dieser Wanderjahre durch mehrere Länder und die verschiedensten Gebieten der Medizin verlor, er sein literarisches Schaffen nie aus dem Auge. Jede freie Minute nutzte er, um an Gedichten, Erzählungen und Romanen zu arbeiten. Er las viel, besonders Werke von William Faulkner, der sein großes Vorbild ist. Ebenfalls inspiriert wird er von russischen Poeten, allen voran Leo Tolstoi und Fjodor Dostojewski. Sein zweiter, 1978 erschienener Roman „Linda“ ist geprägt von seinen Eindrücken in Amerika, speziell dem dort häufig erlebten „vereisten Sozialklima,“ wie er sagt.

Denn Linda ist die erste Frau für den verkrüppelten Barkeeper Clint, der er seine Liebe schenkt. Trotz Fleiß, Lauterkeit und einer edlen Seele (oder gerade deshalb) bringt er es nicht mal zu einem bescheidenen Wohlstand, denn der hässliche Mann mit dem Klumpfuß wird immer wieder betrogen, bestohlen und ausgenutzt – besonders auch von dieser Frau. Er lässt sich nicht korrumpieren, und der Leser schätzt seinen reinen Charakter – obwohl Clint Linda, die ihn verachtet und betrügt, zuletzt in einem Anfall von Verzweiflung umbringt. Auf die Frage, warum er die Liebe – dieses sein Hauptthema – hier und in seinen Erzählungen „Der Sturz des Seiltänzers meistens scheitern lässt, antwortet Mathias Schröder:

„Ich versuche; Menschen zu beschreiben, die um Liebe kämpfen, sie aber auch verfehlen können, „Linda“ basiert auf meinen Erlebnissen, als ich Stipendiat in Amerika war – eine vereiste Liebe, eine nicht ausgelebte Liebe.“ Er selbst, der seit 1971 als praktischer Arzt in München lebt, ist glücklich verheiratet.

Seine Frau, erste Sprechstundenhilfe bei ihm, unterstützt ihn in jeder Weise. „Ohne meine Frau könnte ich beides nicht in diesem Maße bewältigen: nicht die Schriftstellerei und nicht die Medizin und nicht mein Leben.“ Mathias Schröder empfindet die ihm gegebene schriftstellerische Begabung als Gnade. Es geht ihm um die Freude beim Dichten, nicht um die Wirkung des Schreibens. „Für mich ist die Hauptwurzel des Schreibens eine religiöse.

Das war in früheren Jahrtausenden so, und dies gilt für mich bis zum heutigen Tag. Ich denke, Kunst ist Gnade und drückt ein Verhältnis zwischen Gott und Mensch aus und nicht zwischen einem eingebildeten oder wirklich vorhandenem Talent und dessen egoistischer Ausbeutung allein.“ Kunst als eine Zwiesprache zwischen Gott und Mensch, „... die aber durchaus anderen Menschen helfen kann,“ ergänzt er, soweit sie an einer solchen Zwiesprache interessiert ist.

Deswegen schreibe ich natürlich indirekt für Menschen. Aber ich habe noch nie eine Zeile so geschrieben, dass ich mich beim Schreiben an das Publikum gewandt oder es vor mir gesehen hätte.“ Mathias Schröder, zum Schreiben berufen, wollte es wohl gerade deshalb nicht ausschließlich und als Beruf betreiben“ ... weil ich denke, dass man Berufung nicht zu Geld machen sollte, und sich freihalten muss von Machtmechanismen.“ Unter Machtmechanismen versteht er auch die Politik. Er hält es für verhängnisvoll im Gegensatz zur gegenwärtig geltenden Tradition vieler Schriftsteller in Deutschland, sich zu sehr in Politik einzumischen.

Sie erscheint ihm zu einengend für den Schriftsteller und seine Pflicht zur Wahrheit. Politik kann jeden schnell zu Mitläuferturm verführen, welches den eigenen Vorteil sucht und findet auf Kosten der anderen Menschen. Zum Schriftsteller begabt, dem das Schreiben der wichtigste Teil des Lebens ist, hatte er ganz gezielt den Beruf des Arztes gewählt. „Ich hatte nach verschiedenen Vorlesungen an anderen Fachrichtungen sehr bald begriffen, dass die Germanistik oder der Journalismus zu wenig Tat als Grundlage für den Schriftsteller ist, wie ich ihn verstehe. Auch die Religion muss gelebt werden. Es nützt nichts, wenn ich sie nur predige.

Um zu dieser Einheit von Wort und Tat zu kommen, ist der Arzt-Beruf sicher ein idealer Beruf, wenn man ihn richtig ausübt.“ Auch verschafft ihm die Medizin jenes tägliche Brot, das er braucht, um beim Dichten unabhängig zu sein, etwa von Modetrends oder bestimmten Erwartungen seitens der Verleger und Rezensenten und dem Medienkonsum. Andererseits bereichert das ärztliche Schaffen auch ideell seine Dichtungen. „Die Patienten geben mir viel menschliche Wärme. Ich kann teilnehmen am Wachstum der Generationen.
Jetzt behandele ich schon die Enkelkinder, Eltern und Großeltern derselben Familie.

Mathias Schröder ist ganz bewusst praktischer Arzt geblieben. Die Last der Basis zu tragen, das hält er für immer wesentlicher, wenn man den Menschen wirklich dienen will. So ist der Schriftsteller-Arzt auch in drei Altenheimen tätig, hat AIDS-Kranken und Drogenabhängigen seine Hilfe gegeben und leistet seit zwanzig Jahren eine Menge freiwillige Sozialarbeit. Viele seiner Patienten interessieren sich auch für seine Bücher. Sie ließen sich von ihm den „Krähenbaum“ signieren und sagten: „Hoffentlich hören Sie jetzt nicht mit der Praxis auf, Herr Doktor!“

Schröders ärztliches Tun spiegelt sich auch in einigen Erzählungen wieder, die im Krankenhaus angesiedelt sind. „Weiße Weihnacht“ schildert einen hoffnungslosen Krebskranken. Er spürt, dass man ihm die Wahrheit nicht sagt – bis der Todgeweihte den Arzt zu einer Wette bewegt, die diesen schließlich zu einer richtigen Auskunft veranlasst. Mit besonderer Spannung erwarten seine Leser den Arzt-Roman, an dem Mathias Schröder gegenwärtig schreibt: “Der Weg nach Lampedusa.“ Dort taucht einer der Jungen, eigentlich die Hauptperson aus dem „Krähenbaum“ als Erwachsener wieder auf. Es ist die Geschichte eines Arztes, der rebelliert gegen den Materialismus unserer Zeit.

Der Roman ist auch eine Ehe-Trennungsgeschichte, die Befreiung von einer falschen Form von Liebe und zugleich die Befreiung vom Zeitgeist. Dieser Arzt hat auch erkannt, dass er missbraucht worden ist durch die Politik und durch wirtschaftliche Druckmechanismen, und er sagt ein deutliches Nein dazu. Seitdem versucht er, Liebe im Alltag ganz konkret in der Arztpraxis umzusetzen. Der Weg ins Licht? Mathias Schröder: „In diesem Buch wird all meine Hoffnung ausgedrückt, die ich langfristig durchaus habe. Konsequent gelebte Nächstenliebe durch jeden Einzelnen in freier Entscheidung für seinen Bereich, an Stelle maßlosen materialistischen Strebens. Nur wenn es gelingt, die Liebe über den Materialismus zu stellen, kann die Menschlichkeit überleben.“

Quelle: Dr. Carla Straach 09.06.1992 Ärztliche Praxis

Werkverzeichnis:

1976 Der Krähenbaum Roman
1978 Linda Roman
1978 Förderpreis für Literatur d. Landes Bayerns
1979 Der Sturz des Seiltänzers Erzählungen
1980 Förderpreis f. Literatur d. Stadt München
1984 Drehbuch der Krähenbaum
1987 ZDF-Verfilmung Der Krähenbaum fürs ZDF
1988 Weiße Weihnacht Radioerzählung
1992 Hiob unter dem Morgenstern
Spielfilm-Drehbuch
1995 Der Weg nach Lampedusa Roman
(alle Werke erschienen im Langen-Müller Verlag, München)
1995 In einem blauen Traum Gedichte
1997 Am Roten Rand der Nacht Gedichte
2000 Sinai Roman MATTHES + SEITZ Verlag
2004 Marin Romantrilogie (erschienen bei editionRester)
2006 Liebe Gedichte
2008 voraussichtlich Doppel-CD "Mein Afrika" - Hörbuch
2008 Der Autor arbeitet an einer umfangreichen Publikation seiner Tage- u. Traumbücher (ca. 14.000 Seiten)
2009 in Vorbereitung "Stirbst du nicht, dann lebst du nicht" Roman über Afrika und Kamerun
Kritiken und literarische Beiträge für Literaturmagazine und Zeitungen

Alle Titel lieferbar in der editionRester, Utting

Tätige Liebe gegen soziale Kälte
Ein Arzt- und Eheroman von Dr. med. Mathias Schröder

Vom Alltag einer Münchner Hausarztpraxis erzählt „Sinai,“ ein Buch der Liebe eines Arztes zu seiner Frau und Arzthelferin. Das Ehepaar leidet unter dem Druck eines Zeitgeistes, dem Macht und Geld wichtiger zu scheinen als freundlicher Umgang der Menschen miteinander.

Um das Wohl ihrer Patienten kämpfen der Arzt Marin und seine Frau Maria in dem Roman „Sinai,“ verfasst von dem Münchner Praktischen Arzt Mathias Schröder. „Soziale Kälte, die über die Gesundheitsreformen auch in die Hausarztpraxis weht, macht sie frösteln,“ so der Autor. Er beschreibt, wie die Versuchung, sich anzupassen, gegen das Verantwortungsgefühl für die Patienten kämpft.

Ärztlicher Alltagskampf
Den Kampf der beiden Protagonisten und ihre zunehmende Erschöpfung kann Schröder so überzeugend schildern, weil er seine eigene, über 30jährige Erfahrung als Praktischer Arzt dichterisch verarbeitet. Dazu gehören auch sein langjähriges, z. T. ehrenamtliches Engagement in Altenheimen, bei der Betreuung von AIDS-Kranken, Alkoholikern und psychisch Kranken. Romanszenen wie die Sterbebegleitung einer lieblos ins Altenheim abgeschobenen Frau, die Verzweiflung der um ihre kleinen Kinder besorgten Brustkrebskranken, die geglückten Spontangeburt in der Allgemeinpraxis – der Autor hat erlebt, wovon er schreibt.

Auch den lungenkrebskranken Alkoholiker, der auf den Rat, das Trinken und Rauchen aufzugeben, fragt: „Wollen Sie dem Todeskandidaten noch die Henkersmahlzeit kürzen?“
Neben dem Schauplatz Hausarztpraxis handelt das Buch davon, wie das Ehepaar durch die lebensbedrohliche Erkrankung der Frau in eine tiefe Krise fällt. Das Unglück passiert während einer Reise zum Berg Sinai.
Maria, die jüdische und christliche Vorfahren hat und beide Religionen zu vereinen sucht, möchte den Berg Sinai besteigen in Andenken an Moses und sein Zwiegespräch mit Jahwe, dem Gott der Juden und des Alten Testaments. Maria und Marin erreichen die Halbinsel Sinai wenige Tage vor Weihnachten, als das Schicksal zuschlägt: Maria wird von einer plötzlichen Krankheit fast getötet.

Marin ringt in Ägypten um das Leben der Frau, die er liebt. Aus dem bitteren Überlebenskampf wird das Glück einer Erneuerung. Was beiden als Prüfung erscheint, wird zur Geschichte von Bewährung, Treue und Beständigkeit. Eine ganz neue Liebesgeschichte beginnt, die das Leben dieser beiden Menschen bleibend verändert.

„Unser Abgott ist das Geschäft“
Vor allem erzählt dieser Roman die Geschichte einer sehr starken Frau, hebt der Autor hervor. Vor ihrer Erkrankung ist es Maria, die ihrem Mann bis zur Selbstaufgabe durch den Hausarztalltag hilft; bewegend z. B. die turbulente, lange Notdienst-Nacht. Nach ihrer Erkrankung ist es der Arzt und Ehemann, der sein Bestes für die langsame, mühsame Genesung seiner Frau gibt, um die sie hart und tapfer kämpft.
Zwar durchdringt die 280 Seiten oft Bitterkeit darüber, was der Autor einen psychisch gestörten aussprechen lässt:

„Die Liebe auf Erden stirbt. Unser Abgott ist das Geschäft.“ Aber stärker leuchtet die Hoffnung, dass gelebte Liebe auf Dauer stärker ist als seelenloser Materialismus. Schröder: „Ich versuchte eine Annäherung an Patientenschicksale zwischen Geburt und Tod, Verzweiflung und Heilung, zwischen so genannter Normalität des Geistes und seinem Grenzgängertum, zwischen Vernunft und den Kräften der Träume und des Unbewussten. Die Figuren leben und handeln mit oder ohne Gott, sie hoffen, resignieren oder kämpfen ums nackte Überleben.“

MMW-Forschr.Med. Nr. 25/2000 (142, Jg) Dr. Carla Straach

Zitat Essen oder Heiraten

... Wer einen etwas umfänglicheren und weniger einseitigen Einblick in heutiges Eheleben erlangen möchte, mag zu Mathias Schröders ebenfalls dieser Tage erschienenem Roman „Sinai“ greifen. Das Buch des in München als Arzt tätigen Schriftstellers schildert das Gegenteil einer unglücklichen, nämlich eine abstrichlose befriedigende, eine geradezu fabelhafte ideale Ehe. Von „Schlimmheit“ wird auch sie nachhaltig beeinträchtigt, in einer ganz spezifischen, nicht mehr in der Selbstverantwortung der Beteiligten stehenden Weise.
An Heiligabend auf einem Kamel den Sinai besteigen und „am Weihnachtsmorgen die Sonne über die Wüste erstrahlen sehen“, so lautet der „Herzenswunsch“, den der Arzt Günther Marin seiner Frau Maria erfüllt.

Aus der geduldigen und nicht ohne liebevolle Distanz geschilderten Münchner Alltagsidylle bricht man auf; die vorzeitige Rückkehr aus Sharm al Sheik zeigt Maria im Rollstuhl, durch einen Hirninfarkt gelähmt.
Was diese Ehe prüft, sind nicht irgendwelche strukturell oder emotional bedingten Missverständnisse, das bösartige Eingreifen der Vorsehung ist es, dem man sich zu stellen hat.

Über das weitere Sein der durch äußeres Unglück gleichsam doppelt verkitteten Schicksalsgemeinschaft erfahren wir nichts, möglicherweise ist es dem Autor des Romans noch nicht bekannt. Die Qualität des Buches liegen nicht zuletzt in der Authentizität der Darstellung, die Kolportage mit einer gleichzeitig spröden und einfühlsamen, vieles offen lassendes Sprache über weiteste Strecken vermeidet.

Neue Zürcher Zeitung – 07.02.2001 Bruno Steiger

SINAI

MATHIAS SCHRÖDER schrieb folgendes zu seinem Roman SINAI: Sinai ist zuerst ein Arztroman: in dem Sinn, dass die Hauptfigur der praktizierende Arzt Marin ist, den ich im Roman DER KRÄHENBAUM als Kind beschrieben habe, dessen Lehrzeit der Roman DER WEG NACH LAMPEDUSA zeigt, und der nun in SINAI eine schmerzvolle Selbstfindung und Reife erfährt, die ihn durch die Dunkelzonen seiner selbst und der Umwelt führt. Er hat die Wahl, zu scheitern an dem schweren Schicksal, das ihm auferlegt wird oder einen Weg in die Reife zu finden.

So ist Sinai ein Roman der Erziehung und Bewährung. Die Reise zum Mosesberg, die das Paar Maria und Marin antreten, endet durch jähen Schicksalsschlag, der Maria durch fast tödliche Krankheit trifft, und wird zu einer lebenslangen Situation der Prüfung, an der beide scheitern oder sich bewähren können...
Das Buch schildert diese persönlichen Schicksale vor dem Hintergrund des aufgeklärten Zeitgeistes in einer Gesellschaft, die sich im Kreise zu drehen scheint, in ihrem Materialismus, in ihrer Kriegslüsternheit:

An diesem Kreuzweg wählt das Paar Maria und Marin das Bekenntnis zum christlichen Glauben, der ihnen Halt und Führung gibt. Das geschieht, indem eine STIMME die beiden in ihren Träumen anspricht und führt. Frühere Zeiten erkannten beides als gottgegebene Führungsinstrumente z.B. als “Stimme des Gewissens“ oder als Intuition. Dieser Roman schildert ganz und gar nicht eine LUSTREISE (wie Herr Kramberg in der SZ mein Buch fehlinterpretierte ), sondern das Ringen eines Menschenpaares um Glauben und Gott in einer oft orientierungslosen Umwelt.

Es beschreibt zudem die Volkskrankheit SCHLAGANFALL mit den Folgen aus der Sicht eines erfahrenen Arztes, der zugleich ein Betroffener war und ist. Der ärztliche Alltag wird minutiös beschrieben, und ich nehme Stellung zum Pflegenotstand in der überalterten BRD, sowohl aus der Sicht alter Menschen wie auch aus der Perspektive des oft überlasteten Pflegepersonals. Themen wie Sterbehilfe, Verantwortung der Politik in der Medizin wie auch Kritik an den Funktionären der ärztlichen Standesorganisationen wird nicht ausgespart. Über allen jedoch steht der Versuch verbindlich zu sein in der INTEGRATION UND ÜBERWINDUNG DER GEGENSÄTZE:

Körper und Geist, Glauben und Vernunft, Religion und Wissenschaft... all das mit dem großen Ziel die permanente, gewissenlose Mordlust in dieser Welt einzudämmen durch LIEBE...“

Die Roman-Trilogie „Marin“ von Mathias Schröder

Als Romantrilogie wird zum ersten Mal  in einem Band veröffentlicht, was nach
Planung des Autors als zusammengehört:  die drei Romane „Der Krähenbaum,“ der „Weg nach Lampedusa“ und „Sinai.“(vom Autor umfassend neu bearbeitet)
Im Zentrum steht die Figur des Arztes Marin. Sein Leben wird beschrieben von 1943 bis zur Jahrtausendwende.
Im „Krähenbaum“ verlebt er eine Kindheit inmitten von Naziterror, der seine Familie bedroht, unter Bombenteppichen.
Der „Lampedusa-Roman“ zeigt ihn als Arzt in der Lebensmitte in München und auf der südlichsten Insel Europas nach gescheiterter Ehe, tief in beruflichen Selbstzweifel und einer Existenzkrise.
Im Roman „Sinai“ werden Marin und Maria ein Paar.

In reifem Alter suchen sie nach Werten und Gefühlen, die Bestand haben könnten in einer flirrenden Zeit, in der zu leicht Verkäufliches schnell vergänglich wird. Diese Ehe erfährt eine äußerste Bewährungsprobe, als Maria von einer Krankheit auf der Halbinsel Sinai überwältigt und fast getötet wird. Dauerhafte Liebe zwischen Menschen: gibt es die überhaupt?
Diese Marin-Trilogie bietet dem Leser keinen lückenlosen Ablauf des Geschehens: eigenwillig entfaltet sich hier Leben vor dem Geist der Zeit, in einer bildhaften Sprache, die weit hineinreicht in die Poesie. Spannend ist das zu lesen, weil in diesem Romanen Freude und Leid, Leben und Tod, Hoffnung und Verzweiflung beklemmend eng beieinander stehen.

Der lange Weg ins Licht

Marin ist eine Romantrilogie über das Lieben und Leiden eines Mannes vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Der Autor – Mathias Schröder – ist eigentlich Arzt von Beruf. Er lebt in Utting am Ammersee und arbeitet in dem Buch seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen auf.

Geahnt haben müssen es alle, das mit den Juden. Schließlich kamen täglich Wagenladungen voller zerlumpter Kinder, Frauen und Männer in benachbarte Lager am Roten Grund. Ihre Schreie und die Schüsse hinter den Stacheldrahtzäunen waren nicht zu überhören – Begleitmelodie des Krieges und der Vernichtung.

Mathias Schröder erzählt im ersten Band der neu erschienen Trilogie Marin die Geschichte einer Kindheit, die zwischen Handgranaten, Hitlerjugend und heillosen Frontmeldungen ihre Unschuld verliert. Seine Hauptfigur, der Offizierssohn und begabte Geiger Marin, muss miterleben, wie sein jüdischer Adoptivbruder denunziert und verschleppt wird. Aus den naiven Kriegsspielereien und soldatischen Heldenmythen wird plötzlich tödlicher Ernst.

Diese vaterlose Welt voller Entbehrungen und Misstrauen schildert Schröder aus der Perspektive des Kindes – ohne den moralischen Zeigefinger und ohne sentimentale Anklage. In einer poetischen, bildhaften Sprache, die einen merkwürdigen Kontrast zum ganz und gar unpoetischen Inhalt bildet, wird unaufgeregt das Ungeheuerliche erzählt.

Nicht die stereotype Frage, „wie konntet ihr das zulassen“, drängt sich auf, sondern das Erstaunen über den Mut und Menschlichkeit Einzelner, die sich angesichts allgegenwärtiger ideologischer Indoktrination und zwingendem Konformitätsdruck dagegen stellten: Marin’s Großmutter ist eine jener Figuren, die sich kombattant und bibelfest, unter Lebensgefahr, für Wahrheit und Menschlichkeit einsetzen.

Wie ein roter Faden ziehen sich die beiden Pole Liebe und Leiden, Menschlichkeit und Grausamkeit durch die drei Bände der Marin-Trilogie. Nach der im ersten Band geschilderten Kriegskindheit, die bereits 1976 unter dem Titel „Der Krähenbaum“ erschienen ist, mehrere Förderpreise erhielt und für das ZDF verfilmt wurde, wird im zweiten Band, „Der Weg nach Lampedusa“, die Lebensgeschichte Marin’s weitergesponnen: Eine existenzielle Sinn- und Lebenskrise, ausgelöst durch Scheidung von seiner Frau, treiben den jungen Arzt Marin zur Flucht.

Auf Lampedusa, dem südlichsten Ende Europas, muss er den traumatischen Verlust verarbeiten und die Weichen seines Lebens neu stellen.

Die Erfahrung von Hoffnung und Schmerz steht auch im Zentrum des dritten Bandes „Sinai“. In seinem Praxisalltag als Arzt in München erfährt der gereifte Marin Krankheit und Tod ebenso wie Dankbarkeit und Mitmenschlichkeit. Erst als seine zweite Frau auf einer gemeinsamen Sinai-Reise beinahe einem schweren Schlaganfall erliegt,  gerät Marin an die Grenzen seiner Leidensfähigkeit.

Schröders Romane, die nun seinem Wunsch gemäß in einem Band vorliegen, zeichnen auf rund 400 Seiten gefühlvoll, ohne kitschig zu sein, pathetisch, aber ohne Sentimentalität die Entwicklungsgeschichte seines Protagonisten nach. Vor dem Hintergrund deutscher Geschichte entfaltet sich dieses Leben, das besonders da fesselnd ist, wo es über das egozentrische Ringen mit der eigenen Lebenskrise hinausgeht:

In der Schilderung der Leiden und Sorgen der Kriegswitwen, in den großen Schicksalsschlägen der kleinen Leute in der Münchner Arztpraxis. Schnörkellos und unerschrocken holt der Autor tief verborgene Ängste und Tabuisierungen aus dem individuellen und kollektiven Bewusstsein hervor; die verdrängte Schuld des Mitläufers und Denunzianten ebenso wie die ganze heutige Angst vor Krankheiten, Hilflosigkeit und Pflegebedürftigkeit.

Viele autobiographische Elemente gehen in diese Geschichte ein. Schließlich ist Schröder, Jahrgang 1941, selbst Arzt...: Bis 2000 betrieb er eine eigene Praxis in München/Neuhausen und ging dann für zwei Jahre als ... Helfer nach Kamerun. Seine dort gegründete Hilfsorganisation ADAMS setzt sich für humanitäre Programme ein, für die der in Utting am Ammersee lebende Schröder unermüdlich wirbt.

Die meist schwierigen Beziehungen zwischen Kunst und Leben, klassischer Topos der Literaturgeschichte, scheint für Schröder ganz unproblematisch. Ihm gelingt die harmonische Symbiose zwischen Beruf und Berufung. Das macht seine persönliche Glaubwürdigkeit und die Authentizität seiner Romane aus.

Die Freude am Schreiben, das der zutiefst religiöse Autor als sehr persönliche Form der Zwiesprache mit Gott empfindet, ist die Triebfeder seiner Kunst.

„Nur wenn es gelingt, die Liebe über den Materialismus zu stellen, kann die Menschlichkeit überleben.“ Entsprechend einfach ist seine Antwort auf die ewige Frage nach dem Sinn und Antezedens des menschlichen Lebens: Humanität und Nächstenliebe.

Kulturmagazin Leonart Februar 2006, Petra Schneider

LIEBE (Gedichte 2006 ) EDITION RESTER

In seinem neuen Buch legt der Autor Mathias Schröder eine knappe Folge von Gedichten vor. Auffällig ist der Versuch des Naturwissenschaftlers, die moderne Welt nicht nur an biblischen und heidnischen Archetypen zu vermessen, sondern ihre Spaltung zu überwinden: Aufklärung - Vision, Außenwelt-Innenwelt, Wirklichkeit und Traum mischen und verbinden sich mit erstaunlichem Selbstverständnis.

Diese Verse sprechen von Aufstieg und Fall, von Reichtum, der zur Armut wird, von Brücken über Brüche, von Zweifel und Gewissheiten und nicht zuletzt von den Verirrungen des Menschen auf dem Königsweg zur Liebe: Durch sie wandeln sich die Schattenkräfte.

Hier schreibt, träumt und verliert sich jemand der endlich ankommt. In drückender Armut Zentralafrikas, in der Sahelzone und den Regenwäldern Kameruns findet er Gemeinsinn und Hoffnung (Mein Afrika).

Schröders Bilder berühren nicht nur den Humus unserer abendländisch-christlichen Kultur, sie legen auch ihre barbarischen Wurzeln frei. Seine Verse wirken wie Spiegel: Der Schauende wird beschaut und könnte sich zugleich erkennen, vielleicht ein Impuls für mehr Menschlichkeit.

Unvergessliche Verse, die tief anklingen...

...Einige Verse aber tragen Bilder in sich, die tief anklingen, dass man sie kaum vergessen kann – wie etwa „Geliebt, gelebt, vorbei.“ Solche Zeilen sind in Schröders Lyrik keine Zufälle, noch sind sie erzwungen. Sie tragen die natürliche Leichtigkeit und Einfachheit von Erfahrenem, von Echtem, das ungekünstelt zu Wort kommt. Der Vortrag ist frei von Feierlichkeit und Affekt, überlässt vielmehr den Farben und Klängen der Verse die Wirkung.

 19. April 2006 LT – Nr. 90, Fr. Rieger

Ein Hörbuch ist bereits vom Autor aufgesprochen.

IN VORBEREITUNG:

Soeben hat Mathias Schröder einen Gedichtband abgeschlossen mit dem Titel MEIN AFRIKA, der 2009 zusammen mit einem Hörbuch erscheinen soll.

Arbeit an einem kritischen „AFRIKAROMAN"

Mathias Schröder arbeitet seit 1981 an seinen Tage- und Nachtbüchern, einem handgeschriebenen Material von ca. 15.000 Seiten mit einer Sammlung eigener Träume (etwa 200 000), mit Zustandsbeschreibugen der Innen- und Außenwelt, individuell wie kollektivkritischen Analysen sowie der Traumbeschreibung und ihrer Auswertung nicht in einem psychoanalytischen Sinn, sondern auf eine sehr eigene Art.

Diese immense Arbeit, die in 26 Jahren entstanden ist, betrachtet Mathias Schröder neben der MARINTRILOGIE als sein bislang unveröffentlichtes Hauptwerk. Wir drucken hier mit Genehmigung des Autors ein EXPOSE ab, das er über seine Traumarbeit schrieb:

DIE VERGESSENE SPRACHE GOTTES

Die Träume als Symbol- und Bilderschrift gehören zu den ältesten Kulturzeugnissen aus unsrer unsichtbaren Innenwelt. Sie wurden bekämpft und gesucht. Das AT bediente sich ihrer durch Daniel, Josef und andere Propheten, um Menschen zu warnen, zu führen oder zur Umkehr zu rufen: aber auch, um Niedergang oder Verfall anzukündigen. Für CG JUNG ist die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten via Traum mitentscheidend für die Individuation, also den Reife- und Wandlungsprozess besonders in der zweiten Lebenshälfte.

Wer diese „Nachtmeerfahrt “ durch sein Unbewusstes verweigert, dessen Reifeprozess hin zum Lebensgipfel bleibt in einem unerfüllten Tod stecken. Ich möchte hinzufügen: Wer die Integration der unbewussten Schattenwelt über die Träume ins Bewusstsein verweigert, der entzieht sich der Stimme des Gewissens und der schützenden Führung Gottes in jedem von uns.
2. Pro Nacht, so die Wissenschaft, träumt der Mensch ca. 360 mal: Ein Innendialog wie in einer Telefonzentrale,  wir aber verschlafen die Anrufe und ihre Botschaften . Die wenigsten Menschen können sich ihrer Träume umfassend erinnern:

Das jedoch kann jeder lernen .Mit Notizblock und Taschenlampe auf dem Nachttisch beginnt das Abenteuer des Abstiegs in die „Unterwelt“. Wer über Jahre durchhält, zu erinnern und aufzuschreiben, der wird eine verborgene Welt erleben wie aus TAUSENDUNDEINERNACHT, er kommt zudem in einen fortlaufenden Dialog mit seiner STIMME, die sich mit den Träumen irgendwann meldet: Diese nächtliche Telefonzentrale ist klüger, weiser, weitsichtiger als unser bewusstes Ich und erneuert unsre Denkweisen:

Sie führt uns schließlich von Irrwegen hin in eine andere Welt, die real zu werden verlangt. Traum für Traum wird sich unser Leben verändern weil die Zentrale Umkehr und Nachfolge einfordert. Wer ihr folgt, erfährt Bereicherung, Warnung und Schutz dort, wo die Welt ihn ausliefert und verrät. Die Träume zu verstehen heißt, das verlorene Wissen des frühen Menschengeschlechtes zurückzugewinnen. Diese gefahrvolle Umkehr durch die Dunkelzonen unsrer Schatten, durch Irrtümer und Verfehlungen unsres Lebens erscheint mir wie die Rückkehr in ein verlorenes Paradies.

Aus ihm wurden wir dereinst vertrieben, weil wir die Macht der Erkenntnis über und gegen das Gebot Gottes stellten. Wer sich von den Träumen führen lässt, beginnt zu begreifen , dass in uns offenbar eine Urbild wirkt ,das uns prägen will, dem wir uns angleichen sollen .

Diese Vereinigung mit dem Göttlichen in jedem von uns, diese Durchdringung unsres Bewusstseins via TRAUM UND STIMME überwindet die Spaltung in unsrer Existenz und führt zu einer neuen Einheit mit Gott und seiner Schöpfung. Darin besteht für mich die eigentliche Bestimmung des menschlichen Lebens: Werde diesem Urbild ähnlich, unabhängig von politischer Denkweise , Nationalität, Religion oder Hautfarbe:

“WAS NÜTZTE ES DEM MENSCHEN, WENN ER MACHT ÜBER DIE GANZE WELT GEWÖNNE UND SEINE SEELE DABEI SCHADEN NÄHME ?“

Dieses „Work in progress" erscheint von aktueller, auch von zukünftiger
Bedeutung. Es schließt die Spaltung des Zeitgeistes zwischen Glauben und Vernunft, zwischen Intuition und Ratio, indem es integriert und verbindet: Unbewusstes mit Wissen und Bewusstsein. Damit hilft es, zu versöhnen und zeigt in eine Richtung, die in der zeitgenössischen Literatur bislang zu kurz gekommen und verdrängt worden ist.

Ästhetische, aber auch ethisch-religiöse Wertigkeiten stehen Mathias Schröder hierbei näher als ein überdrehter aufgeklärter Rationalismus. Für den Naturwissenschaftler und Mediziner eine vielleicht sogar nahe liegende Reaktion. Mathias Schröder steht hier fest in der Tradition seiner Vorbilder Tolstoi, Dostojewski und William Faulkner.

DER KRÄHENBAUMFILM

Der Erstlingsroman DER KRÄHENBAUM wurde 1988 vom ZDF mit großem Erfolg verfilmt. Dazu schreibt die SZ am 09.03.1988:" Es tut wohl zu wissen, dass es in den Redaktionen der öffentlichen Fernsehanstalten immer noch Menschen gibt, die so wichtige Themen auch zu den Spitzenpublikumszeiten durchsetzen und Autoren und Regisseure instand setzen, so sorgfältig zu arbeiten."

DIE WELT 09.03.1988

„Dies alles ist anzumerken... angesichts der notwendigen Story und ihrer hoch engagierten Vermittler. Eine gute Story ist eine Geschichte, die eine Wahrheit unbeschädigt weitergibt: und dies tut der Film. Dann kann man dem Film, der in München Preise erhalten hat, ästhetische Ausstrahlung nachsagen..."
Der Film wurde in der Folge über Jahre hinweg im In-und Ausland erfolgreich ausgestrahlt, eröffnete die Woche der Brüderlichkeit, und eroberte sich ein vielfaches Millionenpublikum, begleitet von hunderten Presseartikeln. DER KRÄHENBAUM wurde ein vielbeachteter Schritt zur Aufarbeitung der deutschen KZ und Nazivergangenheit.

Für diese Haltung steht Schröders Gesamtwerk bis heute.
Vorträge für das Goetheinstitut in Frankreich an 7 französichen Universitäten, Kulturreisen nach Rumänien und Ungarn, Lesungen in ganz Deutschland sowie im Ausland trugen diese Haltung in die Öffentlichkeit und halfen vor allem in Frankreich Freundschaftsbande zu knüpfen und die Vergangenheit erträglicher werden zu lassen. Mathias Schröder hat seit 1981 enge Bindung zur Germanistischen Fakultät in Lyon damals unter Leitung von Madame Pic-Matray, mit der ihn ein 27 Jahre anhaltender Briefwechsel  bis heute verbindet, von dem Mathias Schröder sagt:

"Er ist der Schlüssel zu meinen unveröffentlichten TAGE- und NACHTBÜCHERN, vor allen zu den TRAUMPROTOKOLLEN. Frühe Schriften sind in der Universität LYON archiviert Hier erscheint es  sinnvoll, eines der wenigen Interviews zu zitieren, die es von ihm gibt.

„ES IST ZEIT FÜR EIN DEUTLICHES NEIN“

UTTING – ÄRZTE GEGEN RECHTS, das Motto, unter das die laufende ÄP-Aktion gestellt ist, ist für den Allgemeinmediziner und preisgekrönten Dichter Dr. med. Mathis Schröder aus Utting zum Lebensthema geworden. Der Schriftsteller, dessen Roman „Der Krähenbaum“ über das Schicksal eines von den Nazis versteckten jüdischen Kindes als Verfilmung in mehreren Ländern gezeigt wurde, engagiert sich gegen Gewalt und soziale Kälte. Im Interview steht Kollege Schröder ÄP-Mitarbeiterin Dr. Carla Straach Rede und Antwort.

ÄP: Was verstehen Sie unter rechtsradikal?

Die Menschenwürde ist unantastbar und soll es bleiben: Also ist Gewaltanwendung ein Verstoß dagegen. Wer die Gewaltgrenze übertritt, muss sich den staatlichen Gesetzen beugen, die uns und unsere Demokratie schützen sollen. Jede Generation sollte neu lernen, dies ohne Ansehen der Person, der Hautfarbe, des Standes, der Religion oder Meinung zu respektieren. Der Nationalsozialismus und Hitler haben sehr unterschiedliche Denkwurzeln- hinsichtlich Philosophie, Naturwissenschaften, Kunst und Religion – vereinnahmt und missbraucht zu einem Rechtsradikalismus, der sehr schnell jede Toleranz, die Meinungs- und Glaubensfreiheit und somit die Menschenwürde in einer lebensbedrohenden Diktatur zertreten hat. Nationalismus, Herrenmenschentum. Rassismus bis hin zu Versuchen „ideale“ Menschen zu züchten und „unwertes“ Leben zu vernichten, waren die Folgen. Vereint mit dem Anspruch auf Weltherrschaft sollten alle anderen an diesem „deutschen Wesen genesen;“ das führte zum Zweiten Weltkrieg und gipfelte in der millionenfachen Vergasung „minderwertiger Rassen.“

ÄP: Nicht wenige glauben, der heutige Rechtsradikalismus werde überschätzt...

Wenn heute Ausländer  gehetzt und getötet werden, Judengräber geschändet und die Totenruhe der schon einmal verfolgten durch Hakenkreuzschmierereien verhöhnt wird, dann ist es Zeit für ein sehr deutliches NEIN. Ein NEIN jenen, die uns in eine neue Katastrophe führen wollen, aber auch denen, die wegschauen und mitlaufen. Eine Wiederholung rechtsradikaler Schreckensherrschaft sollte uns, den Opfern, genauso erspart bleiben wie den Tätern selbst. Dem Widerstand eines guten Gewissens zu folgen ist hier Bürgerpflicht. Und wir haben gute, gewaltfreie Vorbilder im Kreis der „Weißen Rose“ und anderen, die sogar ihr Leben opferten für ein klares NEIN. Dass es auch einen Linksradikalismus gibt, muss hier nicht ausdrücklich betont werden, denn wir alle wissen um die Millionen Ermordeter linker Revolutionen...

ÄP: Was bewegt Sie, sich im ärztlichen Alltag gegen Rechts zu engagieren?

Schon im Wartezimmer kann man als Arzt Ausländer oder Farbige so annehmen, dass ärztliche Zuwendung liebevoll ist, ohne den Spaltblick auf Ansehen, Glaube, Rasse oder Geldbeutel. Der Zeitgeist schätzt oft die Werte Erfolg, Geld, Macht, die, wie mir scheint, eher in die  gefährlichen Konflikte als zu deren Überwindung führen. Ich finde den Traum Martin Luther Kings überzeugender. Ihm ging es nicht etwa um die Vernichtung der Unterdrücker, sondern um die Befreiung von Rassenwahn: „Während wir die Rassenschranken bekämpfen, müssen wir ihre Verteidiger lieben. Das ist der einzige Weg, auf dem wir die ersehnte Gemeinschaft der Farbigen und der Weißen erreichen können.“ Dieses besondere Neinsagen erfordert viel Mut, wie ihn auch Nelson Mandela aufgebracht hat.

ÄP: Was wünschen Sie sich für die weitere Diskussion?

Eine Diskussion, die offen legt, was uns im erneuten Rechtsradikalismus bedroht und welche die Dunkelzonen individuell wie kollektiv bewusst werden lässt. Eine Diskussion,  die Einsicht fördert, dass Unterdrücktes untergründig wirksam bleibt. Machen wir uns die Wurzeln des heutigen Rechtsradikalismus, der ja nicht identisch mit dem der Nazis ist, noch bewusster, wird es hoffentlich möglich, ihn zu begreifen und damit zu wandeln. Nur dann wird seine Projektion auf andere, die man als Sündenböcke bekämpft, zu verhindern sein.

ÄP: Was halten Sie vor diesem Hintergrund von Forschungsfreiheit?

Mir kommen viele dieser Dispute wie Scheingefechte vor, gerade auch in der Genforschung – und das vor einem Zeitgeist mit der Tendenz zu immer weniger Verantwortungsbereitschaft bei zunehmendem Verlangen nach immer mehr Spaß!
Wird nicht das scheinbar Gute schon bald Böses zeugen wie die Kernspaltung den Atomtod in Hiroshima und Nagasaki zur Folge hatte? Natürlich ist Forschung wertfrei, aber sind wir denn frei von Versuchung nach dem blutigsten aller Jahrhunderte? Früher hieß es: „Gott erschuf den Menschen nach seinem Bilde.“ Heute schallt es aus vielen  Mündern: „Wir erschaffen uns die Schöpfung neu und den Menschen nach dem Bild seiner Abgötter.“ Als Kind habe ich erlebt, wie solche Hybris endet: im Bombenkeller, als die Mauern über uns zusammenstürzten.

Ärztliche Praxis 21.08.2001 Dr. Carla Straach

Der Autor Mathias Schröder ist wie Gottfried Benn lebenslang praktizierender Arzt geblieben:" Ich hätte vom Schreiben leben können. Mehrere Filmverträge lehnte ich ab, auch eine 13-teilige TV-Serie. Meine Freiheit war mir unveräußerlich, zudem habe ich den Arztberuf ebenso schätzen gelernt, wie ich die Berufung des Schriftstellers von Kindheit an geschätzt habe." Nach einer schweren Erkrankung seiner Frau gab er schließlich nach 33 Jahren seine Arzttätigkeit in der BRD auf, ebenso seine Praxis in München-Neuhausen, wo er von 1971 bis 2000 als Hausarzt tätig war.

Er folgte einem Angebot der „Europäisch baptistischen Mission"(EBM) und ging für 2 Jahre nach Kamerun, der ehemaligen deutschen Kolonie, wo er nach einer Vorbereitung in LYON für Tropenmedizin, als Armenarzt tätig war: In der Sahelzone in ZIDIM, sowie im tropischen Süden in NKOTENG und NDIKI. Schwere Malaria und Lungenerkrankungen, die auch eine Herzrhythmusstörung auslösten, zwangen ihn nach 2 Jahren zur Rückkehr aus einem Land, das er sehr geliebt hat, und wo er geliebt wurde von der kameruner Bevölkerung.

Den Kindern zuliebe

... „Im November 2002 erlebte ich mit Erschütterung, wie in dem Krankenhaus in der Sahelzone Kameruns/Westafrika, in dem ich damals arbeitete, 20 Kinder an der gefürchteten Malaria tropica starben. Jedes einzelne Kind könnte noch leben, wenn die Eltern die kostenlos angebotene Behandlung nur wenig früher angenommen hätten; aber sie schämten sich ihrer Armut.

Das war mein SCHLÜSSELERLEBNIS, um zum Helfer in der erdrückenden Armut Kameruns zu werden.  Diese Menschen haben eine große Würde und eine bewundernswerte Haltung, allen voran die tapferen Frauen, die mich nachhaltig an die deutsche Trümmerfrauengeneration erinnert haben. Sie sind das feste Rückrat dieser Gesellschaft in Not.

Armut heißt im Sahel, dass diese Frauen den Sand einen Meter tief mit den Händen aufgraben, um mit ihren Kalebassen ein paar Wassertropfen aufzufangen, wenn bei 50 Grad Hitze der Grundwasserspiegel zu weit abgesunken ist...
Armut bedeutet bei den Stämmen der Maffa und Kapsiki, dass Mädchen die Asche der Feuerstelle durchsieben, um Mineralstoffe und Salz zu gewinnen...

Und Armut ist es auch, wenn die Fulbemänner sich vor das Holz spannen und mit einer Astgabel den erodierten Boden aufscharren, um Hirsesamen oder Baumwolle einzubringen...
Noch ärmer werden diese fleißigen Menschen, wenn die Ernte von Hirse, Kaffee, Baumwolle und Kakao zu Schleuderpreisen an Weltmarktkartelle abgeben müssen und ihnen dann die verarbeiteten Endprodukte zu Wucherpreisen zurückverkauft wird...

Ein hartes, fast auswegloses Elend also, das ich dort miterlitt als Arzt zwei bittere Jahre lang in drei verschiedenen Krankenhäusern, in unterschiedlichen Landesteilen und Klimazonen: Unfälle, Malaria, Flussblindheit, Bilharziose, Amöbenruhr, Tuberkulose, Schlafkrankheit, Lepra, Aids, Typhus, Schlangenbisse, Tetanus, Hepatitis und Cholera plagen die Menschen. Oft ist das Wasser verseucht und nährt den fatalen Kreislauf aus mangelnder Hygiene und Krankheitskeimen:

DIE KINDER STERBEN ZUERST. Ihnen fehlt die Abwehrkraft, weil sie oft unterernährt sind. Immer öfter trifft es auch die Erwachsenen, sodass die überlebenden Mädchen und Jungen sich dem harten Kampf als Straßenkinder stellen müssen – und das in einem Land mit 800 Ärzten für 20 Millionen Einwohner (zum Vergleich: in München arbeiten 3.000 Ärzte für 1,3 Mill. Menschen). Die Kameruner Männer, Frauen und Kinder sterben fast klaglos, als wäre ihr Tod ein unabwendbares Schicksal. Muss das wirklich sein?

Wollen wir das mitverantworten in einer Welt, die nach Einheit drängt, der die Nächstenliebe nicht abhanden kommen darf? Ich erinnere mich noch gut an das zerbombte Deutschland, wie ich als Kind mit Tuberkulose und Unterernährung gekämpft habe. Auch ich verdanke mein Leben ausländischer Hilfe! Und so erlaube ich mir, stellvertretend für die armen Menschen Kameruns hier und jetzt um Ihre Mithilfe zu bitten. Wir wollen in Kamerun ein kleines Krankenhaus mit einigen Außenstationen im Urwald bauen, um ein Zeichen zu setzen für das Leben, nicht zuletzt den Kindern zuliebe.“

Die Kameruner haben meinen Einsatz rückgedankt, und das war mir der höchste Lohn: Ich erfuhr viel Zuneigung im ganzen Land, Anerkennung und Liebe. Und nicht nur das: Presse, Rundfunk und TV berichteten über unsere Arbeit so positiv und ermutigend, dass es in der Hauptstadt JAUNDE zur Gründung einer eingetragenen Vereinigung führte, die meinen Namen trägt: ADAMS (Association des Amis de Mathias Schröder) Hier arbeiten führende Köpfe des Landes zusammen in einem Hilfsprogramm für Arme und Bedürftige für Straßenkinder, Aidskranke und mittellose, verlassene Frauen in Not.

Unser aller Wunsch ist, dass über diese Brücke zwischen Deutschland und Kamerun, zwischen Europa und Afrika viele Menschen mit uns gehen zum Nutzen und Dienst für jene, die Hilfe verdienen, damit sie nicht am Elend und in Armut sterben.

Der Arzt Mathias Schröder rettete gleich zu Beginn seines Einsatzes in Kamerun einem Baptistenpastor das Leben:

...Das Ehepaar Schröder hielt sich gerade auf der EBM-Missionsstation in der Kameruner Hafenstadt Douala auf, um sich dort auf den Dienst im Landesinneren vorzubereiten. Zur gleichen Zeit besuchte eine Gruppe von einheimischen Baptistenpastoren die Missionsstation. Während Schröder schon zu Bett gegangen war, nutzten einige der Theologen die Gelegenheit, um sich nachts im Swimmingpool der Missionsstation zu entspannen. Plötzlich wurden Schröder und der Leiter der Missionsstation, Rainer Chrupala, durch laute Hilferufe geweckt.

Die Schreie kamen aus dem Pool. Wie sich herausstellte, konnten offenbar einige der Pastoren nicht schwimmen. Dennoch waren sie vom flachen Kinderbereich in den Schwimmerbereich geraten. Einen wild mit den Armen winkenden Mann hatten beide gerade aus dem Wasser gezogen, als Dr. Schröder auffiel, dass offenbar noch eine andere leblos im Becken trieb. Sofort sprang der Mediziner in das Becken und barg den Körper. Wie sich herausstellte, war der Mann bereits klinisch tot.

Dennoch begann der Deutsche sofort mit Wiederbelebungsversuchen wie Herzmassage und Von-Mund-zu-Mund-Beatmung. Tatsächlich setzte schon nach wenigen Augenblicken der Herzschlag wieder ein und der Mann kam zu Bewusstsein. Es handelte sich um den in der Hauptstadt Yaoundé tätigen Pastor Michel Kenmogne, der durch den Vorfall keine bleibenden Schädigungen erlitt. In einem Schreiben bedankte sich  Kenmogne jetzt bei Schröder für seine Hilfe.

Nicht nur seine Frau und seine vier Kinder seien davor bewahrt worden, als Witwe und Halbwaisen weiter leben zu müssen, sondern Gott habe ihm durch das neue Leben eine neue Chance geschenkt, ihm noch mehr und engagierter zu dienen. Dieser größeren Verantwortung wolle er sich stellen, so Kenmogne. Das Ehepaar Schröder ist inzwischen in seinem Einsatzort Zidim im Norden des Landes eingetroffen, teilte EBM-Generalsekretär Pastor Hans Guderian (Elstal bei Berlin) mit. Der lutherische Mediziner Dr. Schröder ist auch als erfolgreicher Buchautor bekannt. Sein Buch der „Krähenbaum“ wurde sogar vom ZDF verfilmt.

Die Gemeinde 28/2002

Le grand Blanc de Nkoteng

Il est écrivain, médecin, et « ami du Cameroun »

C’est I’histoire d’un enfant de la guerre qui a pourtant tenu à consacrer sa vie et son œuvre à la paix et à la compréhension entre les peuples. Il s’appelle Schröder, et est descendant de Goethe. L’Allemagne est en lui, mais lui, a choisi d’être ailleurs. Sur cette terre d’Afrique où il s’est installé, il semble plutôt à l’aise, comme en témoigne la belle chemise en tissu africain qu’il arbore fièrement.

Le Dr. Schröder est intarissable et plein de bonne humeur, lorsqu’il évoque, dans un français presque sans accent, ses ambitions pour le Cameroun. Ce pays, il ne l’a pas découvert à son arrivée sur place, mais à travers les discours de sa soeur, membre de I’Eglise babtiste, et qui a servi pendant de nombreuses années à I’hôpital baptiste de Zidim dans la province de I’Extrême-Nord. « C’est une habitude dans la famille », déclare-t-il avec le sourire, avant de souligner son plaisir de vivre aujourd’hui au Cameroun :

« je me sens très bien ici, je me sens presque comme un Camerounais. Si tout se passe bien, je crois que je resterai ici pendant longtemps, pour aider le peuple camerounais. Je suis enchanté de la gentillesse des gens. Ici c’est beaucoup plus cordial qu’en Europe. » Il s’agit d’une vértiable histoire d’amour avec le Cameroun, comparable uniquement à celle qu’il vit avec son épouse. Cette dernière, malade et à moitié paralysée, a tout de même accepté de vivre son aventure en terre camerounaise. « Cet homme aime énormément son épouse.

Elle arrive à peine à marcher, et il est sans cesse en train de l’assister. Au restaurant, il aide à prendre son repas. Quelqu’un d’autre l’aurait abandonnée, se serait dècouragée », affirme une habitante de Nkoteng. C’est dans cette petite ville de la province du Centre, célèbre surtout par la présence d’une grande compagnie sucrière, que le médecin allemand exerce désormais son activité. Il s’agit de son deuxième poste de travail depuis son arrivé au Cameroun, en octobre 2002. Mathias Schröder a travaillé d’abord pendant quatre mois à Zidim, avant de rejoindre l’hôpital baptiste de Nkoteng.

« Je suis parti de l’Extrême nord du Cameroun parce que mon épouse qui souffre d’apoplexie depuis douze ans ne supportait pas le climat de cette région ». Il est à Nkoteng depuis plus de cinq mois, et doit y rester en principe jusqu’au mois d’août 2004. Actuellement, il exerce dans le cadre de l’Union des églises baptistes du Cameroun (UEBC). Mais il s’agit d’une activité transitoire, car Mathias Schröder est chargé d’une autre tâche au Cameroun. En tant que membre du Cercle des amis du Cameroun, fondé à Berlin par des Camerounais et des Allemands, qui ont vécu sur le sol de leur ancienne colonie d’Afrique centrale, il est chargé de préparer le terrain pour une série d’actions sur place.

L’ambassadeur ainsi que les deux consuls du Cameroun en Allemagne, en sont des membres fondateurs, au même titre que Mathias Schröder, qui fait en outre partie du directoire, composé de cinq personnes. Le directoire à pour tâche d’étudier des projets à financer, après que les fonds auront été mobilisés en Allemagne. D’où la présence de Mathias Schröder actuellement au Cameroun.

La richesse ferme les coeurs…

Les activités du cercle doivent en pricipe commencer au cours de l’année prochaine. La seule chose qui coince encore, c’est la disponibilité des moyens financiers, qui sont cependant annoncés. Le cercle a pour ambition de réaliser un certain nombre de projets allant dans le sens du développenent du Cameroun. Les secteurs choisis sont l’éducation, et la jeunesse. Ce cercle compte aussi aider des jeunes camerounais à poursuivre leurs études en Allemagne, à travers l’octroi de bourses d’études.

Dans le domaine de la culture, un appui est prévu pour les écrivains et les autres artistes. En attendant le début effectif de cette mission qui le tient tant à cœur, Mathias Schröder ne se tourne pas les pouces. En dehors de son travail à l’hôpital de Nkoteng, il est au cœur d’un autre cercle, basé cette fois-ci au Cameroun. Il s’agit de l’Association des Amis de Mathias Schröder (Adams), mise sur pied par des jeunes universitaires camerounais, et ayant à sa tête le linguiste Michel Kenmogne. Pour Marcellin Vounda Etoa, membre fondateur de l’Adams, cette association a pour objectif de promouvoir les idéaux qui se dégagent de l’œuvre de Mathias Schröder, à savoir la promotion du bien être, de la santé et de la culture.

L’association est ouverte à des personnes de toutes les nationalités partageant ces idéaux, et désireux de lutter contre la pauvreté. Pourtant, Mathias Schröder est admiratif devant le comportement des Camerounais face à la pauvreté : « je suis impressionné par la dignité des gens ici, malgré la pauvreté, malgré toutes les maladies que j’ai pu rencotrer. Ça me donne une grande motivation pour continuer. Je pense que la richesse ferme les cœurs, et la pauvreté ouvre les cœurs. »

Roman d’une vie Mathias Schröder et né en 1941 à Kassel en Allemagne. Son pays est alors plongé dans la deuxiéme guerre mondiale. Il se souvient encore de cette période plutôt triste : « nous avons vécu dans des caves, nous avons eu faim comme les pauvres ici, et c’est sans doute l’une des raisons pour quelles j’ai choisi de penser aux pauvres. » Le jeune Mathias va tout de même mener une scolarité normale, qui va s’achever par des études de médecine à Marburg en Allemagne, puis à Paris en France, Il reviendra ensuite à Homburg, où il obtient son diplôme de médecin. Pendant cinq ans, il a travailler dans des hôpitaux universitaires en Allemagne et aux Etats-Unis.

Il se rendra ensuite au Mexique et à Haiti. En 1973, il ouvre un cabinet à Munich, où il travaillera jusqu’en 2000. Le Cameroun est son premier grand séjour africain, après un bref voyage effectué en 1992 dans le Sinai, en Afrique du Nord. Mais à côté de cette activité médicale, Mathias Schröder a mené une activité littéraire tout aussi riche. C’est à l’âge de 13 ans, qu’il commence à écrire. Un conte, et puis des poèmes, qui seront publiés dans le journal de son lycée. Une passion pour les belles lettres, qu’il ne cherche même pas à comprendre, mais qui pourrait cependant avoir quelque explication :

« parmi mes ancêtres, il y a le célèbre Goethe. Peut-être la littérature est-elle un héritage que je perpétue simplement. C’est dès ma jeunesse que je sent le besoin d’écrire; ce besoin, je n’essaye pas de l’expliquer, je me contente d’ecrire. »

Et Mathias Schröder s’est mis à écrire des histoires. Depuis, il a fait du chemin. Il compte à son actif quatre romans, deux recueils de poèmes et deux distinctions littéraires en Allemagne. Son premier roman. L’ARBRE DU CORBEAU, traite du théme de l’antisémitisme, qui a marqué de son empreinte l’histoire de l’Allemagne. Au lieu de tourner complètement le dos à cette période trouble de la vie de son pays, il aplutôt tenu á la rappeler au monde, Une certaine façon de réparer cette injustice qui l’a profondément touché. « J’ai été très choqué de voir, jeune, des documents sur les camps de concetration.

Il ne m’a pas paru nècessaire de ramer à peu près six millions de juifs  qui ont été tués an Allemagne. Il m’est apparu néccessaire de dire la vérité sur le passé en Allemagne. » Ce roman raconte l’histoire d’un enfant juif de sept ans confronté au régime nazi. La scéne se déroule entre 1943 et 1945, c’est-a-dire en pleine deuxième guerre mondiale. L’autre thème abordé parlé œuvre de Mathis Schröder, c’est l racisme aux Etats-Unis, une société ou il a vécu et qui l’a marqué sur plusiers plans, dont celui de la création littéraire : « Je suis très influencé par la littérature des Etats-Unis, notamment celle de la première partie du 20e siècle, c’est à dire a partir de Hemingway. Mais l’auteur américain que j’aime le plus c’est Willian Faulkner ; je crois que c’est I’un des plus grands écrivains de notre temps. J’ai également une haute estime pour John Steinbeck. »

L’auteur a aussi été très touché aux Etats-Unis par la situation des Noirs, dont il a assisté aux malheurs, ce qu’il essaie d’ailleurs de relater dans le roman Linda. Son dernier roman date de 2000. Mais entre-temps, il a écrit aussi pour le cinéma. Deux scénarios, dont l’un est à ce jour réalisé. Il s’agit de L’arbre du corbeau, I’adaptation pour le cinéma de son premier roman. Ce film a été diffusé dans dix pays, pour environ cinquante millions d’entrées. Ce film qui a été diffusé à plusieurs reprises sur la ZDF, la première chaine de télévision allemande.

En dehors de sa production littéraire, Mathias Schröder a toujours saisi toutes les occasions qui lui étaient offertes, pour s’exprimer sur les grandes questions de l’heure. C’est ainsi que dans une grande interview publiée an Allemagne, il a fermement pris postion contre le radicalisme dans son pays. Ses différents œuvres produites à se jour sont inspirées des expériences qu’il a personnellement vecues. De quoi attendre, pour le prochain, une histoire sur une petite localité, et des personnes symathiques, bien du Cameroun.

Jules Romuald Nkonlak 22.10.2003 Mutations – Kamerun

 Kurzer Pressespiegel über :

DER KRÄHENBAUM, DER WEG NACH LAMPEDUSA, SINAI, LINDA

„Mathias Schröder gelingt es, seine Leser zu ergreifen, ja zu rühren. Es ist sicher richtig, ihn in die Tradition von Geschichtenerzählern wie William Faulkner, Somerset Maugham oder Elsa Morant zu stellen.“

Förderungspreis für Literatur der Stadt München 1980

„Wie von ihrem Ideengehalt ist der Leser gefesselt vom hohen sprachlichen Niveau seiner Werke.“

Ärztliche Praxis

„Mathias Schröder ist ein großer Erzähler, mit einer dichten, klaren Sprache, voll lockender Bilder und poetischer Kraft.“

Abendzeitung München

„Die Qualitäten des Buches liegen nicht zuletzt in der Authentizität der Darstellung.“
Neue Züricher Zeitung

„Das Buch hebt sich ab von üblicher Unterhaltungslektüre.“

Der evangelische Buchberater

„... ein Werk, das viel Beifall und Beachtung fand.“

Süddeutsche Zeitung

„Der Autor findet eine stimmungsdichte Sprache, charakterisiert pointiert, holt farbkräftige Bilder ein.“

Salzburger Nachrichten

„Im rechten Moment wachsen seiner Sprache Flügel, münden Empfindungen in geballte Lyrik.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Dem Autor ist überdies für den virtuosen und gültigen Einsatz von vielen Möglichkeiten der sprachlichen Gestaltung zu danken.“

Deutsches Ärzteblatt

„Schröder erzählt seine milieugetreue Geschichte einfühlsam und in knapper Sprache“

Hamburger Abendblatt