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Aktuell: Am 26. Januar 2012 wurde Dr. Mathias Schröder vom Bürgermeister der Stadt Kirchhain zum "Bedeutender Kirchhainer" mit Eintrag in das goldene Buch der Stadt ernannt. Diese Auszeichnung wurde ausführlich in den regionalen Medien gewürdigt (Kirchhainer Anzeiger-1, Kirchhainer Anzeiger-2, Oberhessische Presse, Heimat- und Geschichtsverein Kirchhain, myheimat.de). Mathias Schröder hielt die Festrede.

 Kurzer Pressespiegel über die Romane  DER KRÄHENBAUM, DER WEG NACH LAMPEDUSA, SINAI, LINDA. Mathias Schröders Werke wurden im In-und Ausland in ca. 120 Zeitungen besprochen. Hier eine Auswahl:

 

„Mathias Schröder gelingt es, seine Leser zu ergreifen, ja zu rühren. Es ist sicher richtig, ihn in die Tradition von Geschichtenerzählern wie William Faulkner, Somerset Maugham oder Elsa Morant zu stellen.“
(Laudatio Literaturpreis der Stadt München 1980)

„Wie von ihrem Ideengehalt ist der Leser gefesselt vom hohen sprachlichen Niveau seiner Werke.“
(Ärztliche Praxis)

„Mathias Schröder ist ein großer Erzähler, mit einer dichten, klaren Sprache, voll lockender Bilder und poetischer Kraft.“
(Abendzeitung München)

„Die Qualitäten des Buches liegen nicht zuletzt in der Authentizität der Darstellung.“
(Neue Züricher Zeitung)

„Das Buch hebt sich ab von üblicher Unterhaltungslektüre.“
(Der evangelische Buchberater)

 

„... ein Werk, das viel Beifall und Beachtung fand.“
(Süddeutsche Zeitung)

„Der Autor findet eine stimmungsdichte Sprache, charakterisiert pointiert, holt farbkräftige Bilder ein.“
(Salzburger Nachrichten)

„Im rechten Moment wachsen seiner Sprache Flügel, münden Empfindungen in geballte Lyrik.“
(Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Dem Autor ist überdies für den virtuosen und gültigen Einsatz von vielen Möglichkeiten der sprachlichen Gestaltung zu danken.“
(Deutsches Ärzteblatt)

„Schröder erzählt seine milieugetreue Geschichte einfühlsam und in knapper Sprache“
(Hamburger Abendblatt)

 

 

Pressemitteilungen

„ES IST ZEIT FÜR EIN DEUTLICHES NEIN“
(Quelle:Ärztliche Praxis, Dr. Carla Straach, 21.08.2001)

DER KRÄHENBAUMFILM
(DIE WELT, 09.03.1988)

Tätige Liebe gegen soziale Kälte
Ein Arzt- und Eheroman von Dr. med. Mathias Schröder
(MMW-Forschr.Med. Nr. 25/2000, Dr. Carla Straach)

Eine reine Seele im Dreck  - „Linda“ heißt der zweite Roman des Münchner Arztes M. Schröder
(AZ / Karsten Peters)

Kamerun: Deutscher Missionar rettet Baptistenpastor das Leben
(Die Gemeinde, 28/2002)

Krieg aus Kindersicht - Mathias Schröder „Krähenbaum“
(Frankfurter Rundschau , Ruth Dröse, 1988)

Autor und Arzt – aus Berufung Menschenhelfer
(Jezza!, Barbara Schlund)

Ästhetischer Genuss - Mathias Schröder: Der Weg nach Lampedusa
(Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Dr. Rudolf Clade)

Sinai
(Gerd Kiebisch ekz-Informationsdienst)

Un écrivain allemand honoré par des journalistes camerounais
(Quelle: panapress)

Le grand Blanc de Nkoteng
(Jules Romuald Nkonlak, Mutations,Kamerun,22.10.2003 )

Seit drei Jahren auf „Schnupperreise“ - Uttinger Arzt hat sein Herz für Kamerun entdeckt – Hilfsaktion
(Starnberger Merkur, 14.12.04)

Als Arzt auf Lampedusa
(HNA Tageszeitung Kassel, Samstag , Antje C. Schumacher, 24.12.2005)

Den Kindern zuliebe
(Ammersee Westufer-Journal 5/2005)

Die Roman-Trilogie „Marin“ von Mathias Schröder - Der lange Weg ins Licht
(Leseart Bücher Report, Petra Schneider)

Film und Lesung im Blauen Haus: Marin
Ammersee Kurier, Mittwoch, 12.04.2006)

Lyrische Warnung - Uttinger Künstler Mathias Schröder liest in Dießen für Kamerun
(Kreisbote (Landsberg), una, 3.05.2006)

Mathias Schröder freut sich über die Zusammenfassung seiner Romane
(Bücherreport – magazin, Juni 2005)

Schröders Ruf nach Chancengleichheit - Uttinger Autor stellt neue Lyrik vor
(Münchner Merkur,, Ursula Nagl, 18.04.2006)

Unvergessliche Verse, die tief anklingen
- Dr. Mathias Schröder las im Dießener Kultforum aus seinem Buch – Anschließend Filmvorführung
(Landsberger Tagblatt, LT-Nr.: 90; Dießen rieg, 19.04.2006)

Zitat Essen oder Heiraten
(Neue Zürcher Zeitung, Bruno Steiger, 07.02.2001)

SINAI
(Kulturmagazin Leonart, Petra Schneider, Februar 2006)

LIEBE (Gedichte 2006)
(editionRester  LT – Nr. 90, Fr. Rieger,19.04.2006)

Dichter und Doktor
(Referat von Dr. Carla Straach, Ärztliche Praxis, 09.06.1992)

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„ES IST ZEIT FÜR EIN DEUTLICHES NEIN“
(Ärztliche Praxis 21.08.2001 Dr. Carla Straach)

UTTING – ÄRZTE GEGEN RECHTS, das Motto, unter das die laufende ÄP-Aktion gestellt ist, ist für den Allgemeinmediziner und preisgekrönten Dichter Dr. med. Mathis Schröder aus Utting zum Lebensthema geworden. Der Schriftsteller, dessen Roman „Der Krähenbaum“ über das Schicksal eines von den Nazis versteckten jüdischen Kindes als Verfilmung in mehreren Ländern gezeigt wurde, engagiert sich gegen Gewalt und soziale Kälte. Im Interview steht Kollege Schröder ÄP-Mitarbeiterin Dr. Carla Straach Rede und Antwort.

ÄP: Was verstehen Sie unter rechtsradikal?

Die Menschenwürde ist unantastbar und soll es bleiben: Also ist Gewaltanwendung ein Verstoß dagegen. Wer die Gewaltgrenze übertritt, muss sich den staatlichen Gesetzen beugen, die uns und unsere Demokratie schützen sollen. Jede Generation sollte neu lernen, dies ohne Ansehen der Person, der Hautfarbe, des Standes, der Religion oder Meinung zu respektieren. Der Nationalsozialismus und Hitler haben sehr unterschiedliche Denkwurzeln- hinsichtlich Philosophie, Naturwissenschaften, Kunst und Religion – vereinnahmt und missbraucht zu einem Rechtsradikalismus, der sehr schnell jede Toleranz, die Meinungs- und Glaubensfreiheit und somit die Menschenwürde in einer lebensbedrohenden Diktatur zertreten hat. Nationalismus, Herrenmenschentum. Rassismus bis hin zu Versuchen „ideale“ Menschen zu züchten und „unwertes“ Leben zu vernichten, waren die Folgen. Vereint mit dem Anspruch auf Weltherrschaft sollten alle anderen an diesem „deutschen Wesen genesen;“ das führte zum Zweiten Weltkrieg und gipfelte in der millionenfachen Vergasung „minderwertiger Rassen.“

ÄP: Nicht wenige glauben, der heutige Rechtsradikalismus werde überschätzt...

Wenn heute Ausländer  gehetzt und getötet werden, Judengräber geschändet und die Totenruhe der schon einmal verfolgten durch Hakenkreuzschmierereien verhöhnt wird, dann ist es Zeit für ein sehr deutliches NEIN. Ein NEIN jenen, die uns in eine neue Katastrophe führen wollen, aber auch denen, die wegschauen und mitlaufen. Eine Wiederholung rechtsradikaler Schreckensherrschaft sollte uns, den Opfern, genauso erspart bleiben wie den Tätern selbst. Dem Widerstand eines guten Gewissens zu folgen ist hier Bürgerpflicht. Und wir haben gute, gewaltfreie Vorbilder im Kreis der „Weißen Rose“ und anderen, die sogar ihr Leben opferten für ein klares NEIN. Dass es auch einen Linksradikalismus gibt, muss hier nicht ausdrücklich betont werden, denn wir alle wissen um die Millionen Ermordeter linker Revolutionen...

ÄP: Was bewegt Sie, sich im ärztlichen Alltag gegen Rechts zu engagieren?

Schon im Wartezimmer kann man als Arzt Ausländer oder Farbige so annehmen, dass ärztliche Zuwendung liebevoll ist, ohne den Spaltblick auf Ansehen, Glaube, Rasse oder Geldbeutel. Der Zeitgeist schätzt oft die Werte Erfolg, Geld, Macht, die, wie mir scheint, eher in die  gefährlichen Konflikte als zu deren Überwindung führen. Ich finde den Traum Martin Luther Kings überzeugender. Ihm ging es nicht etwa um die Vernichtung der Unterdrücker, sondern um die Befreiung von Rassenwahn: „Während wir die Rassenschranken bekämpfen, müssen wir ihre Verteidiger lieben. Das ist der einzige Weg, auf dem wir die ersehnte Gemeinschaft der Farbigen und der Weißen erreichen können.“ Dieses besondere Neinsagen erfordert viel Mut, wie ihn auch Nelson Mandela aufgebracht hat.

ÄP: Was wünschen Sie sich für die weitere Diskussion?

Eine Diskussion, die offen legt, was uns im erneuten Rechtsradikalismus bedroht und welche die Dunkelzonen individuell wie kollektiv bewusst werden lässt. Eine Diskussion,  die Einsicht fördert, dass Unterdrücktes untergründig wirksam bleibt. Machen wir uns die Wurzeln des heutigen Rechtsradikalismus, der ja nicht identisch mit dem der Nazis ist, noch bewusster, wird es hoffentlich möglich, ihn zu begreifen und damit zu wandeln. Nur dann wird seine Projektion auf andere, die man als Sündenböcke bekämpft, zu verhindern sein.

ÄP: Was halten Sie vor diesem Hintergrund von Forschungsfreiheit?

Mir kommen viele dieser Dispute wie Scheingefechte vor, gerade auch in der Genforschung – und das vor einem Zeitgeist mit der Tendenz zu immer weniger Verantwortungsbereitschaft bei zunehmendem Verlangen nach immer mehr Spaß!
Wird nicht das scheinbar Gute schon bald Böses zeugen wie die Kernspaltung den Atomtod in Hiroshima und Nagasaki zur Folge hatte? Natürlich ist Forschung wertfrei, aber sind wir denn frei von Versuchung nach dem blutigsten aller Jahrhunderte? Früher hieß es: „Gott erschuf den Menschen nach seinem Bilde.“ Heute schallt es aus vielen  Mündern: „Wir erschaffen uns die Schöpfung neu und den Menschen nach dem Bild seiner Abgötter.“ Als Kind habe ich erlebt, wie solche Hybris endet: im Bombenkeller, als die Mauern über uns zusammenstürzten.

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DER KRÄHENBAUMFILM
Der Erstlingsroman DER KRÄHENBAUM wurde 1988 vom ZDF mit großem Erfolg verfilmt. Dazu schreibt die SZ am 09.03.1988:" Es tut wohl zu wissen, dass es in den Redaktionen der öffentlichen Fernsehanstalten immer noch Menschen gibt, die so wichtige Themen auch zu den Spitzenpublikumszeiten durchsetzen und Autoren und Regisseure instand setzen, so sorgfältig zu arbeiten."

DIE WELT 09.03.1988

„Dies alles ist anzumerken... angesichts der notwendigen Story und ihrer hoch engagierten Vermittler. Eine gute Story ist eine Geschichte, die eine Wahrheit unbeschädigt weitergibt: und dies tut der Film. Dann kann man dem Film, der in München Preise erhalten hat, ästhetische Ausstrahlung nachsagen..."
Der Film wurde in der Folge über Jahre hinweg im In-und Ausland erfolgreich ausgestrahlt, eröffnete die Woche der Brüderlichkeit, und eroberte sich ein vielfaches Millionenpublikum, begleitet von hunderten Presseartikeln. DER KRÄHENBAUM wurde ein vielbeachteter Schritt zur Aufarbeitung der deutschen KZ und Nazivergangenheit.

Für diese Haltung steht Schröders Gesamtwerk bis heute.
Vorträge für das Goetheinstitut in Frankreich an 7 französichen Universitäten, Kulturreisen nach Rumänien und Ungarn, Lesungen in ganz Deutschland sowie im Ausland trugen diese Haltung in die Öffentlichkeit und halfen vor allem in Frankreich Freundschaftsbande zu knüpfen und die Vergangenheit erträglicher werden zu lassen. Mathias Schröder hat seit 1981 enge Bindung zur Germanistischen Fakultät in Lyon damals unter Leitung von Madame Pic-Matray, mit der ihn ein 27 Jahre anhaltender Briefwechsel  bis heute verbindet, von dem Mathias Schröder sagt:

"Er ist der Schlüssel zu meinen unveröffentlichten TAGE- und NACHTBÜCHERN, vor allen zu den TRAUMPROTOKOLLEN. Frühe Schriften sind in der Universität LYON archiviert Hier erscheint es  sinnvoll, eines der wenigen Interviews zu zitieren, die es von ihm gibt.

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Tätige Liebe gegen soziale Kälte
Ein Arzt- und Eheroman von Dr. med. Mathias Schröder
(Quelle: MMW-Forschr.Med. Nr. 25/2000 (142, Jg) Dr. Carla Straach)

Vom Alltag einer Münchner Hausarztpraxis erzählt „Sinai,“ ein Buch der Liebe eines Arztes zu seiner Frau und Arzthelferin. Das Ehepaar leidet unter dem Druck eines Zeitgeistes, dem Macht und Geld wichtiger zu scheinen als freundlicher Umgang der Menschen miteinander.

Um das Wohl ihrer Patienten kämpfen der Arzt Marin und seine Frau Maria in dem Roman „Sinai,“ verfasst von dem Münchner Praktischen Arzt Mathias Schröder. „Soziale Kälte, die über die Gesundheitsreformen auch in die Hausarztpraxis weht, macht sie frösteln,“ so der Autor. Er beschreibt, wie die Versuchung, sich anzupassen, gegen das Verantwortungsgefühl für die Patienten kämpft.

Ärztlicher Alltagskampf
Den Kampf der beiden Protagonisten und ihre zunehmende Erschöpfung kann Schröder so überzeugend schildern, weil er seine eigene, über 30jährige Erfahrung als Praktischer Arzt dichterisch verarbeitet. Dazu gehören auch sein langjähriges, z. T. ehrenamtliches Engagement in Altenheimen, bei der Betreuung von AIDS-Kranken, Alkoholikern und psychisch Kranken. Romanszenen wie die Sterbebegleitung einer lieblos ins Altenheim abgeschobenen Frau, die Verzweiflung der um ihre kleinen Kinder besorgten Brustkrebskranken, die geglückten Spontangeburt in der Allgemeinpraxis – der Autor hat erlebt, wovon er schreibt.

Auch den lungenkrebskranken Alkoholiker, der auf den Rat, das Trinken und Rauchen aufzugeben, fragt: „Wollen Sie dem Todeskandidaten noch die Henkersmahlzeit kürzen?“
Neben dem Schauplatz Hausarztpraxis handelt das Buch davon, wie das Ehepaar durch die lebensbedrohliche Erkrankung der Frau in eine tiefe Krise fällt. Das Unglück passiert während einer Reise zum Berg Sinai.
Maria, die jüdische und christliche Vorfahren hat und beide Religionen zu vereinen sucht, möchte den Berg Sinai besteigen in Andenken an Moses und sein Zwiegespräch mit Jahwe, dem Gott der Juden und des Alten Testaments. Maria und Marin erreichen die Halbinsel Sinai wenige Tage vor Weihnachten, als das Schicksal zuschlägt: Maria wird von einer plötzlichen Krankheit fast getötet.

Marin ringt in Ägypten um das Leben der Frau, die er liebt. Aus dem bitteren Überlebenskampf wird das Glück einer Erneuerung. Was beiden als Prüfung erscheint, wird zur Geschichte von Bewährung, Treue und Beständigkeit. Eine ganz neue Liebesgeschichte beginnt, die das Leben dieser beiden Menschen bleibend verändert.

„Unser Abgott ist das Geschäft“
Vor allem erzählt dieser Roman die Geschichte einer sehr starken Frau, hebt der Autor hervor. Vor ihrer Erkrankung ist es Maria, die ihrem Mann bis zur Selbstaufgabe durch den Hausarztalltag hilft; bewegend z. B. die turbulente, lange Notdienst-Nacht. Nach ihrer Erkrankung ist es der Arzt und Ehemann, der sein Bestes für die langsame, mühsame Genesung seiner Frau gibt, um die sie hart und tapfer kämpft.
Zwar durchdringt die 280 Seiten oft Bitterkeit darüber, was der Autor einen psychisch gestörten aussprechen lässt:

„Die Liebe auf Erden stirbt. Unser Abgott ist das Geschäft.“ Aber stärker leuchtet die Hoffnung, dass gelebte Liebe auf Dauer stärker ist als seelenloser Materialismus. Schröder: „Ich versuchte eine Annäherung an Patientenschicksale zwischen Geburt und Tod, Verzweiflung und Heilung, zwischen so genannter Normalität des Geistes und seinem Grenzgängertum, zwischen Vernunft und den Kräften der Träume und des Unbewussten. Die Figuren leben und handeln mit oder ohne Gott, sie hoffen, resignieren oder kämpfen ums nackte Überleben.“

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Eine reine Seele im Dreck
Linda“ heißt der zweite Roman des Münchner Arztes M. Schröder
(Quelle: AZ / Karsten Peters)

Mathias Schröder (36), praktischer Arzt in München, hat seinen zweiten Roman geschrieben: „Linda“ (Langen Müller Vlg). Diese Buch-Dame wird ihren Weg machen.

Mathias Schröder ist ein großer Erzähler, mit einer dichten klaren Sprache, voll lockender Bilder und voll poetischer Kraft, Sicher und unsentimental sind Story und Still.

„Linda“ ist nicht etwa die Geschichte einer Frau. „Linda“ ist die Lebens-, Leidens- und Liebesgeschichte des unglücklichen Clinton Bedford, der mit einem „verklumpten“ Fuß ins Leben gestoßen wird und seitdem nur eines kennerlernt: Hohn und Hass, Gelächter und Gespött. Doch so sehr diese Kreatur getreten wird so traurig und hoffnungslos es in diesem Bedford aussieht, er verkrüppelt innerlich nicht, seine Seele bleibt so rein, dass sich die dreckige Umwelt darin baden könnte.

Und dann begegnet er einer Bar-Schlampe. Lind ist für Clinton nicht nur die erste Frau, sie steht für all das, was er sich immer ersehnt hat, Sie ist die Erfüllung, das Glück, Glaubt er.

Die Tragödie dieses Mannes mit dem Humpelgang wird auf der ersten Stelle klar. Dadurch lässt die Spannung um keinen Deut nach.

Das psychologische Diagramm eines Outcast ist mit kühler Distanz aufgezeichnet und weckt dennoch leidenschaftliche Anteilnahme.

Der Roman spielt nicht nur in den Staaten, er steht auch in der Tradition großer amerikanischer Erzählkultur! Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig.

„Linda“ liest man, wie Linda ihren geliebten Champagner trinkt: in einem Zug. Das Buch saugt den Leser auf, wie ein Schwamm das Wasser.

Wir haben, glücklicherweise noch Autoren in Deutschland, die Geschichten packend erzählen können. Mathias Schröder gehört dazu.

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Kamerun: Deutscher Missionar rettet Baptistenpastor das Leben
(Quelle: Die Gemeinde 28/2002)

Gleich zu Beginn seines Dienste als Missionar der Europäischen Baptistischen Mission (EBM) in Kamerun konnte der Mediziner Dr. Mathias Schröder (Utting bei München) einem einheimischen Pastor das Leben retten. Zusammen mit seiner Frau Dagmar nimmt der  61-jährige Internist am „Senior-Service-Programm“ der Mission teil. Zwei Jahre lang will er sein Fachwissen in zwei von den Baptisten getragenen Krankenhäusern im Norden und Süden des Landes zur Verfügung stellen.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Oktober, wurde jedoch jetzt erst bekannt. Das Ehepaar Schröder hielt sich gerade auf der EBM-Missionsstation in der Kameruner Hafenstadt Douala auf, um sich dort auf den Dienst im Landesinneren vorzubereiten. Zur gleichen Zeit besuchte eine Gruppe von einheimischen  Baptistenpastoren die Missionsstation. Während Schröder schon zu Bett gegangen war, nutzen einige Theologen die Gelegenheit, um sich nachts im Swimmingpool der Missionsstation zu entspannen.

Plötzlich wurden Schröder und der Leiter der Missionsstation, Rainer Chrupala, durch laute Hilferufe geweckt. Die Schreie kamen aus dem Pool. Wie sich herausstellte, konnten offenbar einige der Pastoren nicht schwimmen. Dennoch waren sie vom flachen Kinderbereich in den Schwimmerbereich geraten. Einen wild mit den Armen winkenden Mann hatten die beiden gerade aus dem Wassergezogen, als Dr. Schröder auffiel, dass offenbar noch eine andere Person leblos im Becken trieb. Sofort sprang der Mediziner in das Becken und barg den Körper. Wie sich herausstellte, war der Mann bereits klinisch tot. Dennoch begann der Deutsche sofort mit Wiederbelegungsversuchen wie Herzmassage und Von-Mund-zu-Mund-Beatmung.

Tatsächlich setzte schon nach wenigen Augenblicken der Herzschlag wieder ein und der Mann kam zu Bewusstsein. Es handelte sich um den in der Hauptstadt Yaoundé tätigen Pastor Michel Kenmogne, der durch den Vorfall keine bleibenden Schädigungen erlitt. In einem Schreiben bedankte sich Kenmogne jetzt bei Schröder für seine Frau und seine vier Kinder seien davor bewahrt worden, als Witwe und Halbwaisen weiter leben zu müssen, sondern Gott habe ihm durch das neue Leben eine Chance geschenkt, ihm noch mehr und engagierter zu dienen.

Dieser größeren Verantwortung wolle er sich stellen, so Kenmogne. Das Ehepaar Schröder ist inzwischen an seinem Einsatzort Zidim im Norden des Landes eingetroffen, teilte EBM-Generalsekretär Pastor Hans Guderian (Elstal bei Berlin) mit. Der lutherische Mediziner Dr. Schröder ist auch als erfolgreicher Buchautor bekannt. Sein buch „Der Krähenbaum“ wurde sogar vom ZDF verfilmt.

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Krieg aus Kindersicht
Mathias Schröder „Krähenbaum“

(Quelle: Frankfurter Rundschau 1988 Ruth Dröse)

Noch einmal Krieg und Kriegserlebnisse aus der Sicht von Kindern: diesmal aus dem Nazi-Deutschland der Jahre 1941 bis 1944. Ort des Geschehens in Mathias Schröders „Krähenbaum“ ist ein idyllisches Dorf zwischen zwei Flüssen, die Lahnberge in Sichtweite. Vier Kinder, Gabriel, Günter, Michael und Klein Gesa erleben und verarbeiten die Kriegsjahre zunächst als „Indianerspielen, unter Männern und völkerweit“. Das Leben mit den Müttern interpretieren sie als „Wigwamhüten mit den Weibern“, den Mangel an väterlicher Autorität, die nachlassende Aufsicht der Mütter, die von Existenzängsten und Sorgen gequält werden, empfinden erst einmal als Freiheit. Doch unerbittlich rückt auch den Kindern die Realität näher, erst über den Volksempfänger, dann über die Beobachtungen, die sie über das nahegelegene Lager machen, später über die Nachrichten von Tode ihrer Väter.

Schließlich bricht nach dem Verschwinden ihres jüdischen Spielkameraden Gabriel die harmlose Kinderwelt in sich zusammen. Parallel zu den Realitätseinbrücken wird auch die häusliche Situation gefährlicher und bedrückender: die Dorfbewohner machen Front gegen die Mütter von Michael, Günter, und Klein Gesa, weil sie dem jüdischen Jungen zur Flucht verholfen haben und die kombattante Großmutter, eine bibelfeste Frau, den Gestapo-Verhören mit alt-testamentarischen Zitaten die Meinung geigt. Den Terroranschlägen der HJ auf die Kinder folgen Haussuchungen, Festnahmen und der Mord an einem versteckten Mitbewohner. Die Kinder müssen erleben, wie ihren Müttern die Kraft, Wiederstand zu leisten, versiegt und wie die verzweifelte Großmutter um letzte Stärke ringt.
Mathias Schröder, 1941 in Kassel geboren, hat für seinen Erstling 1980 den Förderpreis für Literatur der Landeshauptstadt München erhalten.

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Autor und Arzt – aus Berufung Menschenhelfer
(Quelle: Jezza!, Barbara Schlund)

Dreißig Jahre Arzt in München mit eigener Praxis, internationaler Erfolg als Schriftsteller, wohnhaft in Utting am Ammersee: Wer diese flüchtigen Informationen über Dr. Mathias Schröder hat, könnte versucht sein, ihn sich mit Haus in zweiter Reihe am See vorzustellen, davor eine Garage, die größer ist als manches Wohnzimmer und dazu ein Auto, das so viel Geld gekostet hat, wie eine vierköpfige Familie in zwei Jahren zum Leben braucht. Schublade auf, Schublade zu. Die Realität sieht anders aus: Mathias Schröder wohnt mit seiner Frau in einer kleinen Wohnung im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses.

Religiosität und Nachkriegserinnerungen
Könnte man röntgenbildartig den Kern eines Menschen sichtbar machen, so wären auf Mathias Schröders Aufnahme zwei Dinge gut zu erkennen: Zum einen seine tiefe Religiosität - sein Credo der Nächstenliebe. „Die Nächstenliebe hat in meiner Familie eine besondere Tradition. Meine Großmutter war ein großes Vorbild für mich. Sie hat in der Zeit des Dritten Reichs, als viele es vorzogen wegzuschauen, an ihrem unerschütterlichen Glauben festgehalten und ihren jüdischen Freunden freundschaftlich und beschützend beigestanden.“

Für sich selbst sieht Schröder schon frühzeitig die beste Hilfsmöglichkeit darin, Arzt zu werden – ebenso wie seine beiden älteren Geschwister. So arbeitet Schröder mehr als dreißig Jahre als Armenarzt in München und engagierte sich auch ehrenamtlich in Altenheimen. Als er seine Praxis im Jahr 2001 aufgibt, geht er mit seiner Frau 2002 nach Kamerun und versorgt dort die Ärmsten der Armen. Nach zwei Jahren zwingt ihn sein eigener Gesundheitszustand zur Rückkehr nach Deutschland. Seither sammelt er bei Kollegen Geld für medizinische Geräte, Medikamente und Spenden.

Und was ist das andere, das die Aufnahme des innersten Kerns zu Tage fördern würde? Es sind die Kriegs- und Nachkriegserlebnisse, die sich dem 1941 in Kassel geborenen Jungen in die Seele gekerbt haben. Als Zweijähriger muss er mitangesehen, wie die Scheune seines Onkels nach einem Bombenangriff niederbrennt, und die Menschen vergeblich versuchen, Kühe aus dem Stall zu retten. Er spürt, welche Zerstörung der Krieg mit sich bringt. „Jahrelang bin ich über die Trümmerwüsten Kassels zur Schule gegangen. Ich habe mitangesehen, wie ein kleines Mädchen mit einer Granate spielt, sie zündet und sie in der Luft zerrissen wird. Ich habe gesehen, was der Krieg aus meinem Vater gemacht hat – einen Mann, der auf den Schlachtfeldern völlig emotionslos wurde, der nicht mehr lachen und nicht weinen konnte.“

Diese Eindrücke verarbeitet er schreibend. So bringt er mit dreizehn Jahren seine erste Geschichte zu Papier, war also Schriftsteller lange bevor er Arzt wurde – auch wenn sein überaus erfolgreicher Roman DER KRÄHENBAUM erst 1976 erscheint, als er also schon längst als Mediziner arbeitet. Nach KRÄHENBAUM, aus dem das ZDF 1987 eine international erfolgreiche Verfilmung macht, folgen weitere mit Preisen bedachte Romane (siehe Kasten).

Wie er da steht – ein großer, grauhaariger Mann mit Strohhut und einem leisen Lächeln im Gesicht, das kurzärmelige Hemd lässig über der Hose – sieht er aus wie ein glücklicher Gärtner. Doch hinter der Wärme seiner tiefbraunen Augen macht sich auch Schwere breit. Seine Lachfalten verbergen den Kummer in seinem Gesicht nicht und dass seine breiten Schultern eine Last tragen, die er angenommen hat und die zu ihm gehört. Wenn man ihn nach unbeschwerten Zeiten im Leben fragt, antwortet er: „Ja sicher“. Und erzählt dann lange von den glücklichen Protagonisten seiner Romane. Noch mal nach seinem Leben gefragt, antwortet er weniger ausweichend: „Ich habe gerne gelebt, bin viel gereist und habe im Ausland studiert und praktiziert. Aber das Leben hat Schicksalsschläge ausgeteilt. Dass ich das Leben schwer sehe, ergibt sich aus meinem Beruf und meiner Vergangenheit. Und ich gehe auf die Siebzig zu. Da ist das, was noch bleibt, absehbar.“ Ein schwerer Schicksalsschlag war der Schlaganfall, den seine Frau 1992 erlitt. Halbseitig gelähmt, hat er sie monatelang im Rollstuhl gefahren. Hätte er seinen Glauben nicht gehabt, hätte Gott ihm in Träumen nicht den Weg gezeigt, hätte er das nicht geschafft, sagt er. Heute können sie zehn Kilometer gehen – wieder und immer noch gemeinsam.

Hilfe für Kamerun
Und noch etwas lastet auf Schröder: Der Materialismus unserer Zeit, das Streben nach Geld, und die Macht, die es über uns hat. Man nimmt es ihm ab. Denn nicht nur seine Wohnung ist klein. Das Büro hat er in einem Kellerraum des Hauses. Ein schmaler kleiner Raum ohne Tageslicht, niedriger Decke und dem typischen Kellermuff. Er muss nicht repräsentieren und nichts beweisen – niemandem. Er will nur helfen. Deshalb fließen alle Tantiemen, die er einnimmt, in seine „Dr. Mathias Schröder Kamerunhilfe“. Auch die, die er mit seiner gerade erschienen CD „Mein Afrika“ einnimmt. Hier hat Schröder zum ersten Mal stark autobiographische Gedichte und Balladen selbst eingesprochen. Er ist dazu übergegangen, Menschen direkt zu unterstützen, weil die Korruption in Afrika Ausmaße angenommen hat, die jede Hilfe über Sachspenden unmöglich macht. Derzeit fließen monatlich 200 bis 300 Euro an zwei hochbegabte aber mittellose Studenten, denen so ein Studium überhaupt erst möglich wird. Wer dafür spendet? Leise antwortet der Menschenhelfer: „Das meiste trage ich selbst“.

Beim Gehen bleibt die Frage: „Wie eigentlich bemisst sich Reichtum?“ Danach, wie viel einer angehäuft hat oder wie viel einer gegeben hat in seinem Leben? So betrachtet, ist Dr. Mathias Schröder ein reicher Mann. Beneidenswert reich. Schublade auf, Schublade zu.

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Ästhetischer Genuss
Mathias Schröder: Der Weg nach Lampedusa

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt Dr. Rudolf Clade)

Die Ehe eines Arztes ist gescheitert. Er hat in ihr versagt, weil er in den beruflichen Herausforderungen die ersehnte Aufmerksamkeit und die Zuwendung zur eigentliche so geliebten Frau nicht gefunden hat; sie verlässt ihn in dieser existentiellen Krisis. Er sucht in einer persönlichen Flucht ein Refugium auf der Insel Lampedusa und im Kontakt mit den Einheimischen. Schließlich findet er seine Identität wieder in der Erkenntnis, dass aus Verzicht auf Unwiederbringliches ein persönlicher Neubeginn möglich ist und der Gefährtin von einst ein neues Leben erlaubt.

Der Autor, als Arzt in München praktizierend, stellt sich seit vielen Jahren literarischen Herausforderungen. Seine früheren Publikationen wurden mehrfach preisgekrönt und auch für das Fernsehen verfilmt. Mathias Schröder behandelt das Problem der gescheiterten Ehe nicht nur in einer fesselnden Weise, er beweist darüber hinaus wiederum seine Fähigkeit, einen konsequenten Nachvollzug seiner Gedanken zu erzwingen. Das alles in knappster Form, die gerade deswegen überzeugt.

Dem Autor ist überdies für den virtuosen und gültigen Einsatz von vielen Möglichkeiten der sprachlichen Gestaltung zu danken, die sich zu einem gelungenen Ganzen vereinen. Der Nachvollzug seines gedanklichen Duktus ist mit einem ästhetischen Genuss verbunden.

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Sinai (Quelle:Gerd Kiebisch ekz-Informationsdienst)

Bis der Arzt Marin und seine Frau die lange geplante Urlaubsreise zum Berg Sinai antreten können, muss in der Praxis noch viel erledigt werden. Schwierigen Patienten und nächtliche Notfälle in Altenheimen fordern den Mediziner sehr. Diese Alltagslast  beschreibt der Autor, selber Arzt höchst eindringlich. Über  allem steht die große und nie getrübte Liebe zu seiner Frau, die schon fast ideale Züge annimmt.

Als der Urlaub endlich beginnt, erleidet die Frau einen Herzinfarkt mit Lähmung, wird zum Pflegefall und vermag den ersehnten Sinai-Berg nie mehr zu besteigen. Auch literarisch überzeugendes Beispiel, wie die Liebe die plötzlichen Attacken  von zerstörsicher Krankheit überwinden kann. Beeindruckende existentielle Problembegleitung mit Anflügen von Lebenshilfe. –Gerne für viele empfohlen.

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Un écrivain allemand honoré par des journalistes camerounais
(Quelle: panapress)

Yaoundé Cameroun (Pana) – Un séminaire de perfectionnement des journalistes culturels camarounais s'est ouvert jeudi à Yaoundé sous le parainage du médecin et écrivain allemand Mathias Schröder, a constaté la Pana.

Cette formation qui ne dure qu'une journée, est organisée par l'Association des amis de l'écrivain. dénommée „ ADAMS “, en partenariat avec le Centre pour l'evironnement et le développement (CED), sous le thème: „Perception et traitement des questions anthropologiques“.

Elle sera suivie, vendredi, d'un exercice pratique sur le terrain, notamment dans des campements de pygmées situés à Djoum (Sud du pays) en compagnie d'une équipe.

Mathias Schröder, aujourd'hui âgé de 63 ans, est un cardiologue exerçant au Cameroun depuis 2002 pour le compte de l'Eglise baptiste locale (UBC).

Il est l'auteur de quatre romans et lauréat de plusieurs prix littéraires. Il a également publié des recueils de nouvelles et est l'auteur de scénarii de films.

La thématique de sa production tourne autour de la lutte contre l'antisémitisem en Allemagne au cours de la deuxième Guerre mondiale, ainsi que contre le racisme aux Etats-Unis.

Pour le président de l'ADAMS, le Dr. Michel Kenmogne, Mathias Schröder constitue: „de par sa trajectoire personnelle et par les possibilités de fédérer autour de sapersonne un ensemble d'acteurs sociaus du Nord et du Sud,un excellent embème“.

L'association, qui porte son nom, a été légalisée en avril de cette année. Appuyée par un autre reproupement des amis de l'ecrivain au Cameroun en Allemagne, elle se fixe pour objectifs de lutter contre toutes formes modernes d'asservissement de l'homme, pour le rétablir dans sa dignité sur les plans social et économique, mais aussi de promouvoir la recherche et les productions artistiques.

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Le grand Blanc de Nkoteng
(Jules Romuald Nkonlak 22.10.2003 Mutations – Kamerun)

Il est écrivain, médecin, et « ami du Cameroun »

C’est I’histoire d’un enfant de la guerre qui a pourtant tenu à consacrer sa vie et son œuvre à la paix et à la compréhension entre les peuples. Il s’appelle Schröder, et est descendant de Goethe. L’Allemagne est en lui, mais lui, a choisi d’être ailleurs. Sur cette terre d’Afrique où il s’est installé, il semble plutôt à l’aise, comme en témoigne la belle chemise en tissu africain qu’il arbore fièrement.

Le Dr. Schröder est intarissable et plein de bonne humeur, lorsqu’il évoque, dans un français presque sans accent, ses ambitions pour le Cameroun. Ce pays, il ne l’a pas découvert à son arrivée sur place, mais à travers les discours de sa soeur, membre de I’Eglise babtiste, et qui a servi pendant de nombreuses années à I’hôpital baptiste de Zidim dans la province de I’Extrême-Nord. « C’est une habitude dans la famille », déclare-t-il avec le sourire, avant de souligner son plaisir de vivre aujourd’hui au Cameroun :

« je me sens très bien ici, je me sens presque comme un Camerounais. Si tout se passe bien, je crois que je resterai ici pendant longtemps, pour aider le peuple camerounais. Je suis enchanté de la gentillesse des gens. Ici c’est beaucoup plus cordial qu’en Europe. » Il s’agit d’une vértiable histoire d’amour avec le Cameroun, comparable uniquement à celle qu’il vit avec son épouse. Cette dernière, malade et à moitié paralysée, a tout de même accepté de vivre son aventure en terre camerounaise. « Cet homme aime énormément son épouse.

Elle arrive à peine à marcher, et il est sans cesse en train de l’assister. Au restaurant, il aide à prendre son repas. Quelqu’un d’autre l’aurait abandonnée, se serait dècouragée », affirme une habitante de Nkoteng. C’est dans cette petite ville de la province du Centre, célèbre surtout par la présence d’une grande compagnie sucrière, que le médecin allemand exerce désormais son activité. Il s’agit de son deuxième poste de travail depuis son arrivé au Cameroun, en octobre 2002. Mathias Schröder a travaillé d’abord pendant quatre mois à Zidim, avant de rejoindre l’hôpital baptiste de Nkoteng.

« Je suis parti de l’Extrême nord du Cameroun parce que mon épouse qui souffre d’apoplexie depuis douze ans ne supportait pas le climat de cette région ». Il est à Nkoteng depuis plus de cinq mois, et doit y rester en principe jusqu’au mois d’août 2004. Actuellement, il exerce dans le cadre de l’Union des églises baptistes du Cameroun (UEBC). Mais il s’agit d’une activité transitoire, car Mathias Schröder est chargé d’une autre tâche au Cameroun. En tant que membre du Cercle des amis du Cameroun, fondé à Berlin par des Camerounais et des Allemands, qui ont vécu sur le sol de leur ancienne colonie d’Afrique centrale, il est chargé de préparer le terrain pour une série d’actions sur place.

L’ambassadeur ainsi que les deux consuls du Cameroun en Allemagne, en sont des membres fondateurs, au même titre que Mathias Schröder, qui fait en outre partie du directoire, composé de cinq personnes. Le directoire à pour tâche d’étudier des projets à financer, après que les fonds auront été mobilisés en Allemagne. D’où la présence de Mathias Schröder actuellement au Cameroun.

La richesse ferme les coeurs…

Les activités du cercle doivent en pricipe commencer au cours de l’année prochaine. La seule chose qui coince encore, c’est la disponibilité des moyens financiers, qui sont cependant annoncés. Le cercle a pour ambition de réaliser un certain nombre de projets allant dans le sens du développenent du Cameroun. Les secteurs choisis sont l’éducation, et la jeunesse. Ce cercle compte aussi aider des jeunes camerounais à poursuivre leurs études en Allemagne, à travers l’octroi de bourses d’études.

Dans le domaine de la culture, un appui est prévu pour les écrivains et les autres artistes. En attendant le début effectif de cette mission qui le tient tant à cœur, Mathias Schröder ne se tourne pas les pouces. En dehors de son travail à l’hôpital de Nkoteng, il est au cœur d’un autre cercle, basé cette fois-ci au Cameroun. Il s’agit de l’Association des Amis de Mathias Schröder (Adams), mise sur pied par des jeunes universitaires camerounais, et ayant à sa tête le linguiste Michel Kenmogne. Pour Marcellin Vounda Etoa, membre fondateur de l’Adams, cette association a pour objectif de promouvoir les idéaux qui se dégagent de l’œuvre de Mathias Schröder, à savoir la promotion du bien être, de la santé et de la culture.

L’association est ouverte à des personnes de toutes les nationalités partageant ces idéaux, et désireux de lutter contre la pauvreté. Pourtant, Mathias Schröder est admiratif devant le comportement des Camerounais face à la pauvreté : « je suis impressionné par la dignité des gens ici, malgré la pauvreté, malgré toutes les maladies que j’ai pu rencotrer. Ça me donne une grande motivation pour continuer. Je pense que la richesse ferme les cœurs, et la pauvreté ouvre les cœurs. »

Roman d’une vie Mathias Schröder et né en 1941 à Kassel en Allemagne. Son pays est alors plongé dans la deuxiéme guerre mondiale. Il se souvient encore de cette période plutôt triste : « nous avons vécu dans des caves, nous avons eu faim comme les pauvres ici, et c’est sans doute l’une des raisons pour quelles j’ai choisi de penser aux pauvres. » Le jeune Mathias va tout de même mener une scolarité normale, qui va s’achever par des études de médecine à Marburg en Allemagne, puis à Paris en France, Il reviendra ensuite à Homburg, où il obtient son diplôme de médecin. Pendant cinq ans, il a travailler dans des hôpitaux universitaires en Allemagne et aux Etats-Unis.

Il se rendra ensuite au Mexique et à Haiti. En 1973, il ouvre un cabinet à Munich, où il travaillera jusqu’en 2000. Le Cameroun est son premier grand séjour africain, après un bref voyage effectué en 1992 dans le Sinai, en Afrique du Nord. Mais à côté de cette activité médicale, Mathias Schröder a mené une activité littéraire tout aussi riche. C’est à l’âge de 13 ans, qu’il commence à écrire. Un conte, et puis des poèmes, qui seront publiés dans le journal de son lycée. Une passion pour les belles lettres, qu’il ne cherche même pas à comprendre, mais qui pourrait cependant avoir quelque explication :

« parmi mes ancêtres, il y a le célèbre Goethe. Peut-être la littérature est-elle un héritage que je perpétue simplement. C’est dès ma jeunesse que je sent le besoin d’écrire; ce besoin, je n’essaye pas de l’expliquer, je me contente d’ecrire. »

Et Mathias Schröder s’est mis à écrire des histoires. Depuis, il a fait du chemin. Il compte à son actif quatre romans, deux recueils de poèmes et deux distinctions littéraires en Allemagne. Son premier roman. L’ARBRE DU CORBEAU, traite du théme de l’antisémitisme, qui a marqué de son empreinte l’histoire de l’Allemagne. Au lieu de tourner complètement le dos à cette période trouble de la vie de son pays, il aplutôt tenu á la rappeler au monde, Une certaine façon de réparer cette injustice qui l’a profondément touché. « J’ai été très choqué de voir, jeune, des documents sur les camps de concetration.

Il ne m’a pas paru nècessaire de ramer à peu près six millions de juifs  qui ont été tués an Allemagne. Il m’est apparu néccessaire de dire la vérité sur le passé en Allemagne. » Ce roman raconte l’histoire d’un enfant juif de sept ans confronté au régime nazi. La scéne se déroule entre 1943 et 1945, c’est-a-dire en pleine deuxième guerre mondiale. L’autre thème abordé parlé œuvre de Mathis Schröder, c’est l racisme aux Etats-Unis, une société ou il a vécu et qui l’a marqué sur plusiers plans, dont celui de la création littéraire : « Je suis très influencé par la littérature des Etats-Unis, notamment celle de la première partie du 20e siècle, c’est à dire a partir de Hemingway. Mais l’auteur américain que j’aime le plus c’est Willian Faulkner ; je crois que c’est I’un des plus grands écrivains de notre temps. J’ai également une haute estime pour John Steinbeck. »

L’auteur a aussi été très touché aux Etats-Unis par la situation des Noirs, dont il a assisté aux malheurs, ce qu’il essaie d’ailleurs de relater dans le roman Linda. Son dernier roman date de 2000. Mais entre-temps, il a écrit aussi pour le cinéma. Deux scénarios, dont l’un est à ce jour réalisé. Il s’agit de L’arbre du corbeau, I’adaptation pour le cinéma de son premier roman. Ce film a été diffusé dans dix pays, pour environ cinquante millions d’entrées. Ce film qui a été diffusé à plusieurs reprises sur la ZDF, la première chaine de télévision allemande.

En dehors de sa production littéraire, Mathias Schröder a toujours saisi toutes les occasions qui lui étaient offertes, pour s’exprimer sur les grandes questions de l’heure. C’est ainsi que dans une grande interview publiée an Allemagne, il a fermement pris postion contre le radicalisme dans son pays. Ses différents œuvres produites à se jour sont inspirées des expériences qu’il a personnellement vecues. De quoi attendre, pour le prochain, une histoire sur une petite localité, et des personnes symathiques, bien du Cameroun.

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Seit drei Jahren auf „Schnupperreise“
Uttinger Arzt hat sein Herz für Kamerun entdeckt – Hilfsaktion
(
Quelle: Starnberger Merkur, 14.12.04)

Utting (una) – „Am meisten beeindruckt mich die Freundlichkeit der Menschen in Kamerun und die würde, mit der sie ihr Elend ertragen“ Mathias Schröder weiß, wovon er spricht. Seit drei Jahren leistet der 63-jährige Arzt in dem westafrikanischen Land medizinische und humanitäre Hilfe vor Ort. Bis 2001 war er als praktizierender Arzt in München tätig. Dann brach er zu einer „Schnupperreise“ nach Kamerun auf, die sein Leben veränderte.

Mittlerweile  engagiert sch Schröder fast pausenlos für die Armen und kranken in Kamerun. Seine Arbeit führte ihn auch in den Norden des Landes nach Zidim. Hier am Rande der Sahelzone, liegt ein Krankenhaus, das unter der Leitung von Chefarzt Dr. Philipe Miko mehrfach ausgezeichnet wurde. Auch Aids ist in Kamerun ein trauriges Thema. Schröders Ziele ist es nach dem Vorbild von Zidim und unterstützt von hiesigen Firmen, ein Referenzkrankenhaus zu gründen, in dem Ärzte aus der Region für einige Wochen oder Monate mitarbeiten können.

„Das ist kein Millionenprojekt. Für 300 000 Euro ist das in Kamerun durchaus zu machen“, betont der Arzt, der zurzeit Weihnachtsurlaub in seinem Heimatort Utting verbringt. Seine Bereitschaft, die Extreme Hitze, Wasserknappheit, ständiger Stromausfall und Infektionsgefahr in Kamerun zu ertragen und zu mildern, hat dem Mediziner, der sich auch als Schriftsteller und Drehbuchautor einen Namen gemacht hat, große Sympathien eingebracht. Unter dem Kürzel ADAMS (Association des amis de Mathias Schröder) wurde in Yaounde, der Hauptstadt Kameruns, eine Vereinigung gegründet, in der sich führende Köpfe des Landes für Hilfsprogramme einsetzen, die Armen und Bedürftigen, Straßenkindern, Aids-Kranken sowie mittellosen ,verlassenen Frauen in Not zugute kommen sollen.

Unterstützt wird ADAMS von Deutsch-Kamerunischen Freundes- und Förderkreis (DKFF). Und seinen „Heimaturlaub“ in Utting nutzt Schröder, dafür um Spenden zu bitten. Unterstützung sei ihm bereits von Kreiskrankenhaus Landsberg und vom Ärztlichen Kreisverband in Aussicht gestellt worden. Im Landsberger Hof in Landsberg stellt Schröder heute ab 20 Uhr sein Projekt vor.

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Als Arzt auf Lampedusa
(HNA Tageszeitung Kassel, Samstag 24. Dezember 2005, Antje C. Schumacher)

Es ist das Leben des Arztes Marin, welches der Leser hautnah miterlebt. Von Krieg spielenden Kindern taucht der Autor Mathias Schröder mit packender, bildhafter Sprache in die schreckliche Wirklichkeit des Zweiten Weltkrieges ein. Von 1943 bis zur Jahrtausendwende wird Marins Leben in der Romantrilogie beschrieben. So gehören „Der Krähenbaum“, „Der Weg nach Lampedusa“ und „Sinai“ zusammen, aber die Marin-Trilogie zeigt keinen lückenlosen Ablauf.

Mathias Schröder wurde 1941 in Kassel geboren und war ein Schulkamerad Hans Eichels. Bis 2001 praktizierte Schröder als Arzt in München, danach in Kamerun. Heute lebt er in Utting am Ammersee und setzt sich für die Ärmsten in Afrika ein. „Der Krähenbaum“, in dem auch Schröders Geburtsort kurz erwähnt wird, wurde für das ZDF verfilmt und international ausgestrahlt.

Im „Krähenbaum“ berichtet Mathias Schröder von Marins Kindheit mit Naziterror und Bomben. In „Lampedusa“ ist Marin bereits in der Lebensmitte und Arzt in München sowie auf der südlichsten Insel Europas. Eine Existenzkrise bewegt ihn. Im Roman „Sinai“ werden Marin und Maria ein Paar. Im Alter suchen sie nach Werten und Gefühlen. Auch ihre Ehe wird auf die Probe gestellt, als Maria eine Krankheit fast nicht überlebt. Die Suche nach einem Sinn, indem sich die Gegensätze vereinen, machen das Leben des Arztes mit Freud und Leid so interessant – der Leser erlebt es in einer treffenden Sprache, voll von Poesie.

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Den Kindern zuliebe
(Ammersee Westufer-Journal 5/2005)

Im Februar stellten wir Ihnen im Journal die Roman-Triologie von Dr. Mathias Schröder aus Utting vor (Marin, editionRester, ISBN 3-9809144-4). Heute präsentiert der umtriebige Arzt (im Ruhestand) sein Hilfsprojekt für Kamerun und bittet um Ihre Hilfe:

„Im November 2002 erlebte ich mit Erschütterung, wie in dem Krankenhaus in der Sahelzone Kameruns/Westafrika, in dem ich damals arbeitete, 20 Kinder an der gefürchteten Malaria tropica starben. Jedes einzelne Kind könnte noch leben, wenn die Eltern die kostenlos angebotene Behandlung nur wenig früher angenommen hätten; aber sie schämten sich ihrer Armut.

Das war mein Schlüsselerlebnis, um zum Helfer in der erdrückenden Armut Kameruns zu werden. Trotz aller Armut haben diese Menschen eine große Würde und eine bewundernswerte Haltung, allen voran die tapferen Frauen, die mich nachhaltig an die deutschen Trümmerfrauengeneration erinnert haben. Sie sind das feste Rückrat dieser Gesellschaft in Not.

Armut heißt im Sahel, dass diese Frauen den Sand einen Meter tief mit den Händen aufgraben, um mit ihren Kalebassen ein paar Wassertropfen aufzufangen, wenn bei 50 Grad Hitze der Grundwasserspiegel zu weit abgesunken ist….

Armut bedeutet bei den Stämmen der Mafa und Kapsiki, dass Mädchen die Asche der Feuerstellen durchsieben, um Mineralstoffe und Salz zu gewinnen….

Und Armut ist es auch, wenn die Fulbemänner sich vor das Holz spannen und mit einer Astgabel den erodierten Boden aufscharren, um Hirsesamen oder Baumwolle einzubringen…

Noch ärmer werden diese fleißigen Menschen, wenn sie die Ernte von Hirse, Kaffee, Baumwolle und Kakao zu Schleuderpreisen an Weltmarktkartelle abgeben müssen und ihnen dann die verarbeiteten Endprodukte zu Wucherpreisen zurückverkauft werden….

Ein hartes, fas auswegloses Elend also, das ich dort miterlitt als Arzt zwei bittere Jahre lang in drei verschiedenen Krankenhäusern, in  unterschiedlichen Landesteilen und Klimazonen: Unfälle, Malaria, Flussblindheit, Bilharziose, Amöbenruhr, Tuberkulose, Schlafkrankheiten , Lepra, Aids, Typhus, Schlangenbisse, Tetanus, Hepatitis und Cholera plagen die Menschen. Oft ist das Wasser verseucht und nährt den fatalen Kreislauf aus mangelnder Hygiene und Krankheitskeimen: die Kinder sterben zuerst. Ihnen fehlt die Abwehrkraft, weil sie oft unterernährt sind.

Immer öfter trifft es auch die Erwachsenen, sodass die überlebenden Mädchen und Jungen sich dem harten Kampf als Straßenkinder stellen müssen – und das in einem Land mit 800 Ärzten für 20 Millionen Einwohner (zum Vergleich: in München arbeiten 3000 Ärzte für 1,3 Mill. Menschen). Die Kameruner Männer, Frauen und Kinder sterben fas klaglos, als wäre ihr Tod ein unabwendbares Schicksal. Muss das wirklich so sein?

Wollen wir das mitverantworten in einer Welt, die nach Einheit drängt, der die Nächstenliebe nicht abhanden kommen darf? Ich erinnere mich noch gut an das zerbombte Deutschland, wie ich als Kind mit Tuberkulose und Unterernährung gekämpft habe. Auch ich verdanke mein Leben ausländischer Hilfe! Und so erlaube ich mir, stellvertretend für die armen Menschen Kameruns hier und jetzt um Ihre Mithilfe zu bitten. Wir wollen in Kamerun ein kleines Krankenhaus mit einigen Außenstationen im Urwald bauen, um ein Zeichen zu setzten für das Leben, nicht zuletzt den Kindern zuliebe.“

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Die Roman-Trilogie „Marin“ von Mathias Schröder
Der lange Weg ins Licht
(Leseart Bücher Report, Petra Schneider)

Marin ist eine Romantrilogie über das Lieben und Leiden eines Mannes vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Der Autor – Mathias Schröder – ist eigentlich Arzt von Beruf. Er lebt in Utting am Ammersee und arbeitet in dem Buch seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen auf.

Geahnt haben müssen es alle, das mit den Juden. Schließlich kamen täglich Wagenladungen voller zerlumpter Kinder, Frauen und Männer in benachbarte Lager am Roten Grund. Ihre Schreie und die Schüsse hinter den Stacheldrahtzäunen waren nicht zu überhören – Begleitmelodie des Krieges und der Vernichtung.

Mathias Schröder erzählt im ersten Band der neu erschienen Trilogie Marin die Geschichte einer Kindheit, die zwischen Handgranaten, Hitlerjugend und heillosen Frontmeldungen ihre Unschuld verliert. Seine Hauptfigur, der Offizierssohn und begabte Geiger Marin, muss miterleben, wie sein jüdischer Adoptivbruder denunziert und verschleppt wird. Aus den naiven Kriegsspielereien und soldatischen Heldenmythen diese wird plötzlich tödlicher Ernst. Diese vaterlose Welt voller Entbehrungen und Mittrauen schildert Schröder aus der Perspektive des Kindes – ohne den moralischen Zeigefinger und ohne sentimentale Anklage. In einer poetischen, bildhaften Sprache, die einen merkwürdigen Kontrast zum ganz und gar unpoetischen Inhalt bildet, wird unaufgeregt das Ungeheuerliche erzählt.

Nicht die stereotype Frage, „wie konntet ihr das zulassen“, drängt sich auf, sondern das erstaunen über den Mut und Menschlichkeit Einzelner, die sich angesichts allgegenwärtiger ideologischer Indoktrination und zwingendem Konformitätsdruck dagegen stellten: Marins Großmutter ist eine jener Figuren, die sich kombattant und bibelfest, unter Lebensgefahr, für Wahrheit und Menschlichkeit einsetzen.

Wie ein roter Faden ziehen sich die beiden Pole Liebe und Leiden, Menschlichkeit und Grausamkeit durch die drei Bände der Marin-Trilogie. Nach der im ersten Band geschilderten Kriegskindheit, die bereits 1976 unter dem Titel „Der Krähenbaum“ erschienen ist, mehrere Förderpreise erhielt und für das ZDF verfilmt wurde, wird im zweiten Band, „Der Weg nach Lampedusa“, die Lebensgeschichte Marins weitergesponnen: Eine existenzielle Sinn- und Lebenskrise, ausgelöst durch Scheidung von seiner Frau, treiben den jungen Arzt Marin zur Flucht.

Auf Lampedusa, dem südlichsten Ende Europas, muss er den traumatischen Verlust verarbeiten und die Weichen seines Lebens neu stellen.

Die Erfahrung von Hoffnung und Schmerz steht auch im Zentrum des dritten Bandes „Sinai“. In seinem Praxisalltag als Arzt in München erfährt der gereifte Marin Krankheit und Tod ebenso wie Dankbarkeit und Mitmenschlichkeit. Erst als seine zweite Frau auf einer gemeinsamen Sinai-Reise beinahe einem schweren Schlaganfall erliegt,  gerät Marin an die Grenzen seiner Leidensfähigkeit.

Schröders Romane, die nun seinem Wunsch gemäß in einem Band vorliegen, zeichnen auf rund 400 Seiten gefühlvoll, ohne kitschig zu sein, pathetisch, aber ohne Sentimentalität die Entwicklungsgeschichte seines Protagonisten nach. Vor dem Hintergrund deutscher Geschichte entfaltet sich dieses Leben, das besonders da fesselnd ist, wo es über das egozentrische Ringen mit der eigenen Lebenskrise hinausgeht: In der Schilderung der Leiden und Sorgen der Kriegswitwen, in den großen Schicksalsschlägen der kleinen Leute in der Münchner Arztpraxis. Schnörkellos und unerschrocken holt der Autor tief verborgenen Ängste und Tabuisierungen aus dem individuellen und kollektiven Bewusstsein hervor; die verdrängte Schuld des Mitläufers und Denunzianten ebenso wie die ganze heutige Angst vor Krankheiten, Hilflosigkeit und Pflegebedürftigkeit.

Viele autobiographischen Elemente gehen in diese Geschichte ein. Schließlich ist Schröder, Jahrgang 1941, selbst Arzt und erst in zweiter Linie Schriftsteller: Bis 2001 betrieb er eine eigene Praxis in München/Neuhausen und ging dann für zwei Jahre als ehrenamtlicher Helfer nach Kamerun. Seine dort gegründete Hilfsorganisation ADAMS setzt sich für humanitäre Programme ein, für die der in Utting am Ammersee lebende Schröder unermüdlich wirbt.

Die meist schwierigen Beziehungen zwischen Kunst und Leben, klassischer Topos der Literaturgeschichte, scheint für Schröder ganz unproblematisch. Ihm gelingt der harmonische Symbiose zwischen Beruf und Berufung. Das macht seine persönliche Glaubwürdigkeit und die Authentizität seiner Romane aus.

Die Freude am Schreiben, das der zutiefst religiöse Autor als sehr persönliche Form der Zwiesprache mit Gott empfindet, ist die Triebfeder seiner Kunst.

„Nur wenn es gelingt, die Liebe über den Materialismus zu stellen, kann die Menschlichkeit überleben“. Entsprechend einfach ist seine Antwort auf die ewige Frage nach dem Sinn und Antezedens des menschlichen Lebens: Humanität und Nächstenliebe.

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Film und Lesung im Blauen Haus: Marin
(Ammersee Kurier, Mittwoch, 12. April 2006)

DIESSEN.- Er pendelt zwischen Utting und Kamerun, einem westafrikanischen Land, in dem die Menschen unvorstellbare Not leiden. Jüngst hat der 65-jährige Arzt, der auch als Schriftsteller mit Preisen gewürdigt ist, drei seiner Romane in einem Buch zusammengefasst. Am kommenden Donnerstag, 13. April liest Dr. Mathias Schröder Ausschnitte aus der Marin-Trilogie im Kulturforum des Blauen Hauses. Im Mittelpunkt des Abends, der um 20 Uhr beginnt, steht aber die Romanverfilmung, die das ZDF nach Schröders Vorlagen (erster Teil) produzierte.

Wer sich die Marin-Triologie zu Gemüte führt, muss wissen, dass der Autor seinen Lesern keinen lückenlosen Ablauf des Geschehens präsentiert. Im Krähenbaum erlebt die Hauptfigur eine Kindheit inmitten von Nazi-Terror. Der Lampedusa-Roman zeigt Marin als Arzt in der Lebensmitte in München, der nach einer gescheiterten Ehe tief in berufliche Selbstzweifel gerät und in eine Existenzkrise verstrickt wird. In Sinai werden Marin und Maria ein Paar. Im reifen Alter suchen sich nach Werten und gefühlen …

Der Erlös aus der Lesung mit Kino fließt zu hundert Prozent ins Kinderhilfswerk des Arztes. Schröder, der 2001 nach Afrika aufgebrochen ist, engagiert sich seitdem für die Armen und Kranken in Kamerun. Egal wo der hinkommt, überall trifft er Menschen geschunden von Malaria, Cholera, Ruhr, Meningitis, Hepatitis – und trotzdem haben sie für jeden Fremden ein Lächeln übrig.

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Lyrische Warnung
Uttinger Künstler Mathias Schröder liest in Dießen für Kamerun

(Kreisbote (Landsberg), 3. Mai 2006, una)

Dießen – „Es war meine bislang schönste Lesung“, freute sich Mathias Schröder im Anschluss an einen gelungen literarischen Abend im Kulturforum. Der Arzt und Autor, der bereits in den 70er und 80er Jahren mit seinen Büchern große Erfolge feierte, lebt seit mehreren Jahren zurückgezogen in Utting. Derzeit unterstützt er mit Spendengeldern den Bau eines Krankenhauses im westafrikanischen Kamerun.

Ein Glücksfall brachte Schröder am Ammersee mit dem jungen und engagierten Verleger Franz Rester zusammen. Nun sind neue Texte im Entstehen. Im Rahmen der Benefizveranstaltung zugunsten der Armen in Kamerun las der Autor vor einem beachtlichen und sehr konzentrierten Publikum unter anderem Gedichte aus seinem noch unveröffentlichten Gedichtband „Im freien Fall“: „Wo keine Weltmacht herrscht dreht sich die Erde doch/geneigt in der Schöpfung leben wir“, heißt es in dem Gedicht „Rätsel“, dass heuer entstand.

Mathias Schröder spricht in seiner aktuellen Lyrik gekonnt Themen an, die unserer Zeit prägen: Sprachlich subtil und zugleich eindringlich geht es um Politik, um Ausbeutung, religiöse Spannungen sowie um  den Wunsch nach mehr humanitärer Hilfe und Chancengleichheit. Auch ein neuer Roman, der die  Situation der Menschen in Kamerun thematisiert, ist im Entstehen. „Ich habe 250 Seiten Material dazu, die ich voraussichtlich zu einem begleitenden Sachbuch verarbeiten werde“, so der Autor. Selbstverständlich las Schröder auch aus seinem Erfolgsroman „Der Krähenbaum“, der 1987 für das ZDF verfilmt wurde. „Der Krähenbaum“ ist zugleich der erste Teil der unlängst in der Edition Rester veröffentlichten Romantriologie „Marin“. Gezielt wählte der Autor jene Kapitel aus,

die auf eine zentrale Problematik des Werkes hinführen: „Sieg heil, Stalingrad ist unser!“ rief der Junge Gabriel, der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Spiel mit seinen Freunden eine Pumpstation in seinem Heimatdorf „bombardiert.“ Wenig später wird seine wahre Identität als adoptiertes jüdisches Kind aufgedeckt. Die Adoptivfamilie, die Gabriel eigentlich schützen wollte, zerbricht an diesem Schicksal.

„Ich denke wir gehen auf schwere, unruhige Zeiten zu und es ist möglicherweise wichtig, sich an die Vergangenheit zu erinnern, um keine Fehler zu wiederholen. Im Krähenbaum geht um ein aktuelles Thema, den christlichen und humanitären Terror-Regime“, erklärt Schröder.

Gut eingelesen widmeten sich die Zuschauer anschließend der Verfilmung des Romans, die aber wegen eines technischen Defektes abgebrochen werden musste.

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Mathias Schröder freut sich über die Zusammenfassung seiner Romane
(Bücherreport – magazin, Juni 2005)

In drei Romanen hatte der deutsche Arzt und Autor Mathias Schröder Bruchstücke aus dem Leben seines Helden Marin wiedergegeben, nun liegen sie erstmals als Trilogie vor: „Marin“ ist in der Edition Rester (Utting/Ammersee) erschienen und vereint das Debüt „Der Krähenbaum“ aus dem Jahr 1976 und die folgenden Titel „Der Weg nach Lampedusa“ und „Sinai“. Der Weg von Marin von den Kindheitstage im kriegszerstörten Deutschland Mitte der 40er Jahre bis zur Verwirklichung in der zweiten Ehe mit Maria kann zum ersten Mal in einem Sammelband „erlesen“ werden.

Für Schröder geht damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Nach der Publikation seiner Prosa bei Verlagen wie Langen Müller Herbig oder Ullstein, hat er bei der Edition Rester ein verlegerisches Zuhause gefunden. – Schröder hat Medizin studiert, 1967 das Staatsexamen abgelegt und ist als Arzt weltweit im Einsatz gewesen. 2001 ist er nochmals aufgebrochen, nach Kamerun, wo sein Können und Wissen den Menschen bis 2004 zugute kamen. Bis heute wirkt seine Organisation ADAMS („Association des Amis de Mathias Schröder“) in dem afrikanischen Land für die Verbesserung der Lebensbedingungen und fördert u. a. Bildung, Kultur und medizinische Versorgung.

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Schröders Ruf nach Chancengleichheit
Uttinger Autor stellt neue Lyrik vor
(Münchner Merkur, 18. April 2006, Ursula Nagl)

Dießen – „Es war meine bislang schönste Lesung“, freute sich Mathias Schröder im Anschluss an einen literarischen Abend im Kulturforum. Der Arzt und Autor, der bereits in den 70er und 80er Jahren mit seinen Büchern große Erfolge feierte, lebt seit mehreren Jahre relativ zurückgezogen in Utting. Derzeit unterstützt er mit Spendengeldern den Bau eines Krankenhauses im westafrikanischen Kamerun. Ein Zufall brachte Schröder mit dem jungen Verleger Franz Rester zusammen. Nun sind neue Texte im Entstehen. Im Rahmen der Benefizveranstaltung zugunsten der Armen in Kamerun las der Autor vor einem beachtlichen und sehr konzentrierten Publikum unter anderem Gedichte aus seinem noch unveröffentlichten Gedichtband „Im freien Fall“.

„Wo keine Weltmacht herrscht dreht sich die Erde doch / geneigt in der Schöpfung leben wir“, heißt es in dem Gedicht „Rätsel“, das in diesem Jahr entstand. Mathis Schröder spricht in seiner aktuellen Lyrik Themen an, die unsere Zeit prägen: Sprachlich subtil und zugleich eindringlich geht es um die Politik der Mächtigen, um Ausbeutung, religiösen Spannungen sowie um den Wunsch nach mehr humanitäre Hilfe und Chancengleichheit weltweit.

Selbstverständlich las Schröder auch aus seinem Erfolgsroman „Der Krähenbaum“, der 1987 für das ZDF verfilmt wurde „Der Krähenbaum“ ist zugleich der erste Teil der unlängst in der Edition Rester veröffentlichten Romantriologie „Marin“. Gezielt wählt der Autor jene Kapitel aus, die auf eine zentrale Problematik des Werkes hinführen: „Sieg heil, Stalingrad ist unser!“ rief der Junge Gabriel, der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Spiel mit seinen Freunden eine Pumpstation in seinem Heimatdorf „bombardiert“.

Wenig später wird seine wahre Identität als adoptiertes jüdisches Kind aufgedeckt. Die Adoptivfamilie, die Gabriel eigentlich schützen wollte, zerbricht an diesem Schicksalsschlag. „Ich denke wir gehen auf schwere, unruhige Zeiten zu und es ist möglicherweise wichtig, sich an die Vergangenheit zu erinnern, um keine Fehler zu wiederholen. Im „Krähenbaum“ geht es um ein aktuelles Thema, den christlichen und humanitären Widerstand gegen ein Terror-Regime“, so Schröder.

Gut eingelesen widmeten sich die Zuschauer anschließend der Verfilmung des Romans, die leider aufgrund eines technischen Defektes vorzeitig abgebrochen werden musste. Ein Grund mehr, die gedruckte Version des Romans „Der Krähenbaum“ nochmals zur Hand zu nehmen.

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Unvergessliche Verse, die tief anklingen
Dr. Mathias Schröder las im Dießener Kultforum aus seinem Buch – Anschließend Filmvorführung
(Landsberger Tagblatt, Mittwoch, 19 April 2006, LT-Nr.: 90; Dießen rieg)

Im Kulturforum las Dr. Mathias Schröder einige seiner Gedichte und zwei Kapitel aus seinem Buch „Der Krähenbaum“. Das mit Förderpreis ausgezeichnete Buch wurde verfilmt und in zehn Ländern gezeigt. Diesen zweistündigen Film konnte das Publikum im Anschluss an die Lesung sehen und am Ende darüber diskutieren.

„Meine Lesung wird nicht allzu lange dauern“, erklärte Mathias Schröder dem erwartungsvollen Publikum, „ denn der Film dauert gute zwei Stunden.“ Außerdem dankte der Arzt und Autor den zahlreichen Zuhörern und erläuterte, dass jeder Cent des Eintrittsgeldes für sein Projekt in Kamerun verwendet wird. Dort will er ein Krankenhaus für Kinder und Aidskranke bauen. Der erste Container mit medizinischem Gerät sei schon in Kamerun, verriet Schröder.

Im Herbst wird ein Gedichtband von Mathias Schröder erscheinen, vorab gab er eine kleine Kostprobe im Kulturforum. Freilich ist eine Gedichtlesung immer eine komprimierte Sache. Man kann die Verse nur einmal hören, ohne länger an einzelnen Stellen zu verweilen, und wenn doch, dann meist auf Kosten der folgenden Strophen.

Einige Verse aber tragen Bilder in sich, die tief anklingen, dass man sie kaum vergessen kann – wie etwa „Geliebt, gelebt, vorbei“. Solche Zeilen sind in Schröders Lyrik keine Zufälle, noch sind sie erzwungen. Sie tragen die natürlichen Leichtigkeiten und Einfachheiten von Erfahrenem, von Echtem, das ungekünstelt zu Wort kommt. Der Vortrag ist frei von Feierlichkeit und Affekt, überlässt vielmehr den Farben und Klängen der Verse die Wirkung.

Der Krähenbaum
Um nicht zu viel zu verraten las Mathias Schröder nur zwei Kapitel aus seinem Buch „Der Krähenbaum“. Anschließend wurde der gleichnamige Film gezeigt. Ursprünglich in Farbe gedreht, wurde der Streifen ins Schwarz-Weiß verlegt, um die Authentizität der Zeit zwischen 1943 und 1945 zu erreichen.

Manchmal durchlöchern Maschinengewehrsalven die Stille. Für Marin und seine Freunde ist das Dorf gleichzeitig mörderisches Schlachtfeld und geliebter Spielplatz. Der Krähenbaum schildert die brutalen Kriegserlebnisse konsequent und überzeugend aus Kindersicht. Er erzählt aber auch von der einfallsreichen Gegenwehr der Kinder und ihren ganz „normalen“ Sehnsüchten und Problemen.

Zunächst eine behütete Welt
In dem kleinen Dorf Werflo nahe Kassel wachsen im Hause des Armeegenerals Marin die Kinder Michael, Günter, Gabriel und die kleine Gesa wohlbehütet auf. Den Mangel an väterlicher Autorität, die nachlassende Aufsicht der Mütter, die von Sorgen gequält werden, empfinden die Kinder zunächst als Freiheit. Doch unerbittlich rückt die Realität über den Volksempfänger näher, später bei verbotenen Beobachtungen des nahe gelegenen Lagers und schließlich durch den Tod ihrer Väter.

Die heile Kinderwelt bricht unvermittelt zusammen, als Ortsgruppenleiter Flimm erfährt, dass Gabriel Marin ein adoptierter jüdischer Junge ist. In der Folge kommt es zum Eklat durch die Dorfbewohner, weil die Mütter dem Jungen zur Flucht verholfen haben. Die Großmutter wendet all ihre Kraft auf, um Unheil abzuwenden, doch das gelingt ihr nicht. Es folgen Hausdurchsuchungen, Festnahmen und ein Mord an einem versteckten Bekannten. Die Lage wird ernst, letzten Endes müssen die Kinder erfahren, dass den Müttern die Kraft zum Widerstand versagt.

Dokumentarische Erzählweise
Gerade der Kontrast zwischen beklemmenden Kriegsszenen und witzigen Alltagsanekdoten macht die Stärke der Inszenierung aus. Die Verfilmung beeindruckt durch poetische Bilder und eine gleichzeitig fast dokumentarische Erzählweise. „Der Film zeigt ein Thema, das uns sprachlos macht, über das man aber reden muss“, artikuliert eine junge Zuhörerin, „erleben wir heute doch überall auf der Welt Ähnliches“.

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Zitat Essen oder Heiraten
(Neue Zürcher Zeitung, Bruno Steiger, 07.02.2001)

... Wer einen etwas umfänglicheren und weniger einseitigen Einblick in heutiges Eheleben erlangen möchte, mag zu Mathias Schröders ebenfalls dieser Tage erschienenem Roman „Sinai“ greifen. Das Buch des in München als Arzt tätigen Schriftstellers schildert das Gegenteil einer unglücklichen, nämlich eine abstrichlose befriedigende, eine geradezu fabelhafte ideale Ehe. Von „Schlimmheit“ wird auch sie nachhaltig beeinträchtigt, in einer ganz spezifischen, nicht mehr in der Selbstverantwortung der Beteiligten stehenden Weise.
An Heiligabend auf einem Kamel den Sinai besteigen und „am Weihnachtsmorgen die Sonne über die Wüste erstrahlen sehen“, so lautet der „Herzenswunsch“, den der Arzt Günther Marin seiner Frau Maria erfüllt.

Aus der geduldigen und nicht ohne liebevolle Distanz geschilderten Münchner Alltagsidylle bricht man auf; die vorzeitige Rückkehr aus Sharm al Sheik zeigt Maria im Rollstuhl, durch einen Hirninfarkt gelähmt.
Was diese Ehe prüft, sind nicht irgendwelche strukturell oder emotional bedingten Missverständnisse, das bösartige Eingreifen der Vorsehung ist es, dem man sich zu stellen hat.

Über das weitere Sein der durch äußeres Unglück gleichsam doppelt verkitteten Schicksalsgemeinschaft erfahren wir nichts, möglicherweise ist es dem Autor des Romans noch nicht bekannt. Die Qualität des Buches liegen nicht zuletzt in der Authentizität der Darstellung, die Kolportage mit einer gleichzeitig spröden und einfühlsamen, vieles offen lassendes Sprache über weiteste Strecken vermeidet.

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SINAI
(Kulturmagazin Leonart Februar 2006, Petra Schneider)

MATHIAS SCHRÖDER schrieb folgendes zu seinem Roman SINAI: Sinai ist zuerst ein Arztroman: in dem Sinn, dass die Hauptfigur der praktizierende Arzt Marin ist, den ich im Roman DER KRÄHENBAUM als Kind beschrieben habe, dessen Lehrzeit der Roman DER WEG NACH LAMPEDUSA zeigt, und der nun in SINAI eine schmerzvolle Selbstfindung und Reife erfährt, die ihn durch die Dunkelzonen seiner selbst und der Umwelt führt. Er hat die Wahl, zu scheitern an dem schweren Schicksal, das ihm auferlegt wird oder einen Weg in die Reife zu finden.

So ist Sinai ein Roman der Erziehung und Bewährung. Die Reise zum Mosesberg, die das Paar Maria und Marin antreten, endet durch jähen Schicksalsschlag, der Maria durch fast tödliche Krankheit trifft, und wird zu einer lebenslangen Situation der Prüfung, an der beide scheitern oder sich bewähren können...
Das Buch schildert diese persönlichen Schicksale vor dem Hintergrund des aufgeklärten Zeitgeistes in einer Gesellschaft, die sich im Kreise zu drehen scheint, in ihrem Materialismus, in ihrer Kriegslüsternheit:

An diesem Kreuzweg wählt das Paar Maria und Marin das Bekenntnis zum christlichen Glauben, der ihnen Halt und Führung gibt. Das geschieht, indem eine STIMME die beiden in ihren Träumen anspricht und führt. Frühere Zeiten erkannten beides als gottgegebene Führungsinstrumente z.B. als “Stimme des Gewissens“ oder als Intuition. Dieser Roman schildert ganz und gar nicht eine LUSTREISE (wie Herr Kramberg in der SZ mein Buch fehlinterpretierte ), sondern das Ringen eines Menschenpaares um Glauben und Gott in einer oft orientierungslosen Umwelt.

Es beschreibt zudem die Volkskrankheit SCHLAGANFALL mit den Folgen aus der Sicht eines erfahrenen Arztes, der zugleich ein Betroffener war und ist. Der ärztliche Alltag wird minutiös beschrieben, und ich nehme Stellung zum Pflegenotstand in der überalterten BRD, sowohl aus der Sicht alter Menschen wie auch aus der Perspektive des oft überlasteten Pflegepersonals. Themen wie Sterbehilfe, Verantwortung der Politik in der Medizin wie auch Kritik an den Funktionären der ärztlichen Standesorganisationen wird nicht ausgespart. Über allen jedoch steht der Versuch verbindlich zu sein in der INTEGRATION UND ÜBERWINDUNG DER GEGENSÄTZE:

Körper und Geist, Glauben und Vernunft, Religion und Wissenschaft... all das mit dem großen Ziel die permanente, gewissenlose Mordlust in dieser Welt einzudämmen durch LIEBE...“

Die Roman-Trilogie „Marin“ von Mathias Schröder. Als Romantrilogie wird zum ersten Mal  in einem Band veröffentlicht, was nach Planung des Autors als zusammengehört:  die drei Romane „Der Krähenbaum,“ der „Weg nach Lampedusa“ und „Sinai.“(vom Autor umfassend neu bearbeitet). Im Zentrum steht die Figur des Arztes Marin. Sein Leben wird beschrieben von 1943 bis zur Jahrtausendwende.
Im „Krähenbaum“ verlebt er eine Kindheit inmitten von Naziterror, der seine Familie bedroht, unter Bombenteppichen.
Der „Lampedusa-Roman“ zeigt ihn als Arzt in der Lebensmitte in München und auf der südlichsten Insel Europas nach gescheiterter Ehe, tief in beruflichen Selbstzweifel und einer Existenzkrise.
Im Roman „Sinai“ werden Marin und Maria ein Paar.

In reifem Alter suchen sie nach Werten und Gefühlen, die Bestand haben könnten in einer flirrenden Zeit, in der zu leicht Verkäufliches schnell vergänglich wird. Diese Ehe erfährt eine äußerste Bewährungsprobe, als Maria von einer Krankheit auf der Halbinsel Sinai überwältigt und fast getötet wird. Dauerhafte Liebe zwischen Menschen: gibt es die überhaupt?
Diese Marin-Trilogie bietet dem Leser keinen lückenlosen Ablauf des Geschehens: eigenwillig entfaltet sich hier Leben vor dem Geist der Zeit, in einer bildhaften Sprache, die weit hineinreicht in die Poesie. Spannend ist das zu lesen, weil in diesem Romanen Freude und Leid, Leben und Tod, Hoffnung und Verzweiflung beklemmend eng beieinander stehen.

Der lange Weg ins Licht. Marin ist eine Romantrilogie über das Lieben und Leiden eines Mannes vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte. Der Autor – Mathias Schröder – ist eigentlich Arzt von Beruf. Er lebt in Utting am Ammersee und arbeitet in dem Buch seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen auf.

Geahnt haben müssen es alle, das mit den Juden. Schließlich kamen täglich Wagenladungen voller zerlumpter Kinder, Frauen und Männer in benachbarte Lager am Roten Grund. Ihre Schreie und die Schüsse hinter den Stacheldrahtzäunen waren nicht zu überhören – Begleitmelodie des Krieges und der Vernichtung.

Mathias Schröder erzählt im ersten Band der neu erschienen Trilogie Marin die Geschichte einer Kindheit, die zwischen Handgranaten, Hitlerjugend und heillosen Frontmeldungen ihre Unschuld verliert. Seine Hauptfigur, der Offizierssohn und begabte Geiger Marin, muss miterleben, wie sein jüdischer Adoptivbruder denunziert und verschleppt wird. Aus den naiven Kriegsspielereien und soldatischen Heldenmythen wird plötzlich tödlicher Ernst.

Diese vaterlose Welt voller Entbehrungen und Misstrauen schildert Schröder aus der Perspektive des Kindes – ohne den moralischen Zeigefinger und ohne sentimentale Anklage. In einer poetischen, bildhaften Sprache, die einen merkwürdigen Kontrast zum ganz und gar unpoetischen Inhalt bildet, wird unaufgeregt das Ungeheuerliche erzählt.

Nicht die stereotype Frage, „wie konntet ihr das zulassen“, drängt sich auf, sondern das Erstaunen über den Mut und Menschlichkeit Einzelner, die sich angesichts allgegenwärtiger ideologischer Indoktrination und zwingendem Konformitätsdruck dagegen stellten: Marin’s Großmutter ist eine jener Figuren, die sich kombattant und bibelfest, unter Lebensgefahr, für Wahrheit und Menschlichkeit einsetzen.

Wie ein roter Faden ziehen sich die beiden Pole Liebe und Leiden, Menschlichkeit und Grausamkeit durch die drei Bände der Marin-Trilogie. Nach der im ersten Band geschilderten Kriegskindheit, die bereits 1976 unter dem Titel „Der Krähenbaum“ erschienen ist, mehrere Förderpreise erhielt und für das ZDF verfilmt wurde, wird im zweiten Band, „Der Weg nach Lampedusa“, die Lebensgeschichte Marin’s weitergesponnen: Eine existenzielle Sinn- und Lebenskrise, ausgelöst durch Scheidung von seiner Frau, treiben den jungen Arzt Marin zur Flucht.

Auf Lampedusa, dem südlichsten Ende Europas, muss er den traumatischen Verlust verarbeiten und die Weichen seines Lebens neu stellen.

Die Erfahrung von Hoffnung und Schmerz steht auch im Zentrum des dritten Bandes „Sinai“. In seinem Praxisalltag als Arzt in München erfährt der gereifte Marin Krankheit und Tod ebenso wie Dankbarkeit und Mitmenschlichkeit. Erst als seine zweite Frau auf einer gemeinsamen Sinai-Reise beinahe einem schweren Schlaganfall erliegt,  gerät Marin an die Grenzen seiner Leidensfähigkeit.

Schröders Romane, die nun seinem Wunsch gemäß in einem Band vorliegen, zeichnen auf rund 400 Seiten gefühlvoll, ohne kitschig zu sein, pathetisch, aber ohne Sentimentalität die Entwicklungsgeschichte seines Protagonisten nach. Vor dem Hintergrund deutscher Geschichte entfaltet sich dieses Leben, das besonders da fesselnd ist, wo es über das egozentrische Ringen mit der eigenen Lebenskrise hinausgeht:

In der Schilderung der Leiden und Sorgen der Kriegswitwen, in den großen Schicksalsschlägen der kleinen Leute in der Münchner Arztpraxis. Schnörkellos und unerschrocken holt der Autor tief verborgene Ängste und Tabuisierungen aus dem individuellen und kollektiven Bewusstsein hervor; die verdrängte Schuld des Mitläufers und Denunzianten ebenso wie die ganze heutige Angst vor Krankheiten, Hilflosigkeit und Pflegebedürftigkeit.

Viele autobiographische Elemente gehen in diese Geschichte ein. Schließlich ist Schröder, Jahrgang 1941, selbst Arzt...: Bis 2000 betrieb er eine eigene Praxis in München/Neuhausen und ging dann für zwei Jahre als ... Helfer nach Kamerun. Seine dort gegründete Hilfsorganisation ADAMS setzt sich für humanitäre Programme ein, für die der in Utting am Ammersee lebende Schröder unermüdlich wirbt.

Die meist schwierigen Beziehungen zwischen Kunst und Leben, klassischer Topos der Literaturgeschichte, scheint für Schröder ganz unproblematisch. Ihm gelingt die harmonische Symbiose zwischen Beruf und Berufung. Das macht seine persönliche Glaubwürdigkeit und die Authentizität seiner Romane aus.

Die Freude am Schreiben, das der zutiefst religiöse Autor als sehr persönliche Form der Zwiesprache mit Gott empfindet, ist die Triebfeder seiner Kunst.

„Nur wenn es gelingt, die Liebe über den Materialismus zu stellen, kann die Menschlichkeit überleben.“ Entsprechend einfach ist seine Antwort auf die ewige Frage nach dem Sinn und Antezedens des menschlichen Lebens: Humanität und Nächstenliebe.

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LIEBE (Gedichte 2006)
(editionRester  LT – Nr. 90, Fr. Rieger,19. April 2006)

In seinem neuen Buch legt der Autor Mathias Schröder eine knappe Folge von Gedichten vor. Auffällig ist der Versuch des Naturwissenschaftlers, die moderne Welt nicht nur an biblischen und heidnischen Archetypen zu vermessen, sondern ihre Spaltung zu überwinden: Aufklärung - Vision, Außenwelt-Innenwelt, Wirklichkeit und Traum mischen und verbinden sich mit erstaunlichem Selbstverständnis.

Diese Verse sprechen von Aufstieg und Fall, von Reichtum, der zur Armut wird, von Brücken über Brüche, von Zweifel und Gewissheiten und nicht zuletzt von den Verirrungen des Menschen auf dem Königsweg zur Liebe: Durch sie wandeln sich die Schattenkräfte.

Hier schreibt, träumt und verliert sich jemand der endlich ankommt. In drückender Armut Zentralafrikas, in der Sahelzone und den Regenwäldern Kameruns findet er Gemeinsinn und Hoffnung (Mein Afrika).

Schröders Bilder berühren nicht nur den Humus unserer abendländisch-christlichen Kultur, sie legen auch ihre barbarischen Wurzeln frei. Seine Verse wirken wie Spiegel: Der Schauende wird beschaut und könnte sich zugleich erkennen, vielleicht ein Impuls für mehr Menschlichkeit.

Unvergessliche Verse, die tief anklingen...

...Einige Verse aber tragen Bilder in sich, die tief anklingen, dass man sie kaum vergessen kann – wie etwa „Geliebt, gelebt, vorbei.“ Solche Zeilen sind in Schröders Lyrik keine Zufälle, noch sind sie erzwungen. Sie tragen die natürliche Leichtigkeit und Einfachheit von Erfahrenem, von Echtem, das ungekünstelt zu Wort kommt. Der Vortrag ist frei von Feierlichkeit und Affekt, überlässt vielmehr den Farben und Klängen der Verse die Wirkung.

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